Kinderbetreuung in Furtwangen
: Gründung eines Naturkindergartens steht zur Debatte

Um Engpässen zu begegnen, beschloss der Furtwanger Gemeinderat, zwei neue Einrichtungen zur Betreuung von Jungen und Mädchen im Vorschulalter zu prüfen.
Von
Stefan Heimpel
Oberndorf
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Oberhalb des Kussenhofs steht ein Grundstück zur Verfügung. Hier könnte der geplante Naturkindergarten entstehen.

Helen Moser

Bei der Kindergartenbedarfsplanung berichtete die Verwaltung in der Sitzung des Furtwanger Gemeinderats, dass nur noch wenige Kindergartenplätze frei sind, also sehr schnell Engpässe entstehen können.

Dazu passten zwei Projekte, die der Stadt vorgeschlagen wurden. Die möglichen Einrichtungen stellte die Verwaltung im Detail vor. Zum einen geht es um einen Naturkindergarten in Trägerschaft der Stadt, der in einem Bauwagen einen Platz finden soll, zum anderen um eine Großtagespflege mit bis zu 15 Kindern, getragen durch einen Verein. Diese könnte im evangelischen Gemeindehaus unterkommen.

Bei dem durch eine Erzieherin vorgelegten Konzept eines Naturkindergartens zeigte sich als beste Möglichkeit, dass die Stadt selbst die Trägerschaft übernimmt, da sie ohnehin den Großteil der Kosten tragen muss. Damit stünden vor allem im Bereich Ü3 bis zu 24 weitere Plätze zur Verfügung. Neben der Erzieherin, die den Vorschlag gemacht hatte, ist noch eine zweite Fachkraft nötig.

Auf der Suche nach einem Standort stieß man auf das Grundstück oberhalb des Kussenhofs. Sowohl die Grünfläche wie das Waldstück befinden sich im Besitz der Stadt. Bevorzugt wird die Einrichtung eines Bauwagens für das Personal und ein Tipi oder ein zweiter Bauwagen für die Kinder. Beides würde bei schlechtem Wetter Schutzraum bieten. Eine Erweiterung wäre mit einem weiteren Bauwagen problemlos möglich. Das Modell wäre aus Kostengründen interessant, so Bürgermeister Josef Herdner. Geschätzt werden 250 000 Euro einschließlich Erschließung.

Probleme wegen Eltern-Taxis befürchtet

Rainer Jung von den Freien Wählern (FW) sah auch die günstigen Kosten, forderte aber einen Anschluss an Wasser und Abwasser. Problematisch sei der Standort am Kussenhof gerade im Winter wegen der Eltern-Taxis, man sollte Alternativen prüfen. Auch die Frage der Beheizung wäre zu klären.

Karin Jäger von der Unabhängigen Liste (UL) fand dies eine „nette Idee“. Zuvor sollte man aber räumliche Kapazitäten im Kindergarten Maria Goretti noch einmal prüfen. Heinz Guhl, SPD, fragte, ob tatsächlich ein solcher Bedarf besteht oder ob sich das auch wieder schnell ändert. Roland Thurner (UL) war nicht begeistert von einem städtischen Kindergarten. Die Arbeit wäre im ohnehin ausgelasteten Rathaus kaum zu leisten. Außerdem erinnerte er daran, dass diese Fläche am Kussenhof von den Kindergärten St. Martin und Regenbogen als Außenbereich genutzt wird. Bei einem möglicherweise eingezäunten Naturkindergarten stünde dies nicht mehr zur Verfügung. Außerdem bezweifelt er die Notwendigkeit eines Zauns.

Beim Beschluss forderte der Gemeinderat auf jeden Fall die Suche nach alternativen Standorten. Außerdem sollen die genauen Kosten ermittelt werden, damit der Gemeinderat auch im Blick auf den Haushalt beschließen kann. Der Vorschlag der Verwaltung für ein Naturkindergarten wurde bei elf Ja-Stimmen und fünf Gegenstimmen sowie einer Enthaltung angenommen.

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