Gesundheitswoche in St. Georgen: So kann die Herzdruckmassage Leben retten

Michael Müller demonstriert den Besuchern, wie man fachmännisch eine Herzdruckmassage vornimmt.
Richard SchusterDie häufigste Todesursache in Deutschland sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Es lag daher auf der Hand, dass diese Problematik Einzug in die Veranstaltungsreihe der Gesundheitswoche hielt. Und der Abend zum Thema fand großes Interesse.
Referent war der Internist Oliver Freischlader, der zunächst die Funktionsweise des Herzens anschaulich und allgemeinverständlich erklärte: „Das Herz ist eine unermüdliche Maschine“. Es schlage im Ruhezustand rund 60 bis 90 Mal pro Minute – durchschnittlich 3,36 Milliarden Mal im Leben.
Allerdings könnten anatomische Veränderungen am oder im Herzen, wie etwa Klappenfehler, vorkommen, die eine Verengung der Aortenklappen mit sich brächten. Es gebe auch Verdickungen des Herzmuskels, die eventuell als Ursache Vererbung oder – häufiger – erhöhter Blutdruck haben könnten.
Stau vor dem Herzen
Auch hier komme es zu Luftnot infolge des Staus vor dem Herzen. Weitere Probleme könnten koronare Herzerkrankungen - bedingt durch Ablagerungen etwa von Fett und Cholesterin in den Herzkranzgefäßen – sein. Infolge eines verminderten Blutflusses könne es schlimmstenfalls zum Herzinfarkt kommen. Risikofaktoren für eine Erkrankung seien beispielsweise hoher Blutdruck, Cholesterin, ungesunde Ernährung, Alkohol, Stress und – das Rauchen. Zu Letzterem äußerte sich Freischlader unmissverständlich: „Die Frage ist hier nicht: Geht etwas kaputt, sondern nur: Was geht kaputt?“
Ein weiteres Problem seien Herzrhythmusstörungen wie etwa – als häufigste Form – das Vorhofflimmern. Dies sei ein unregelmäßiger oder schneller Herzschlag. Die Medizin unterscheide zwischen langsamen und schnellen Rhythmusstörungen.
Im Anschluss an diesen informativen Vortrag gab Michael Müller vom Roten Kreuz einen Überblick über wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Er stellte diverse Szenarien vor. Gerate man als Ersthelfer in eine entsprechende Situation, sei es auf jeden Fall immer richtig, zuerst um Hilfe zu rufen und den Notruf 112 zu wählen.
Ist die Person bei Bewusstsein?
Je nach Situation stelle sich die Frage, ob die betreffende Person bei Bewusstsein sei und ob sie selbstständig atmen könne. Erst dann stehe möglicherweise eine stabile Seitenlage für die Person an.
Er demonstrierte an einer Übungspuppe, wie eine Herzdruckmassage richtig durchgeführt wird und was es dabei zu beachten gibt. Der Blutkreislauf des Verunglückten, so Müller, werde aufrecht erhalten und lebenswichtige Organe wie etwa Gehirn und Herz würden mit Sauerstoff versorgt. Die Besucher hatten anschließend Gelegenheit, die Herzdruckmassage selbst auszuprobieren – wahrlich eine körperlich anstrengende Angelegenheit.