Gesundheitswoche in St. Georgen
: Die Zeichen des Körpers beachten

Entspannungsübungen gab es beim Vortrag von Patricia Will im Rahmen der Gesundheitswoche in St. Georgen zum Thema „Vagus-Nerv – Die Kraft der Selbstheilung wieder entdecken.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Patricia Will spricht im Rahmen der Gesundheitswoche über den Vagusnerv und die Kraft der Selbstheilung.

Stephan Hübner

Patricia Will ist Yogalehrerin und arbeitet in körperorientierter Traumatherapie, war aber ursprünglich Maschinenbauingenieurin. „Die eigene Leidensgeschichte“ brachte sie zu ihrem heutigen Wirken.

Der Vagusnerv sei der längste und am weitesten verzweigte Nerv des menschlichen Körpers, der im Hirnstamm entspringe, und sich über den Hals bis zum Bauchraum aufästele, um dort eine Vielzahl an Organen zu steuern und zu regulieren.

Er beeinflusse Atmung, Verdauung, Immunsystem oder Herzfrequenz, wirke sich auf das psychische Wohlbefinden aus und könne die Freisetzung bestimmter Hormone beeinflussen, spiele also in der Psychosomatik eine ganz wichtige Rolle.

Angst- und Panikattacken

Funktionsstörungen des Vagusnervs könnten unter anderem zu Angst- und Panikattacken, chronischen Schmerzen und Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Tinnitus führen.

Weitere Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem seien Gereiztheit, schlechtes Aushalten von Widersprüchen, Konfliktvermeidung, regelmäßiges Überschreiten eigener Grenzen oder von Einseitigkeit geprägte Beziehungen.

Ein Fehler sei, Probleme mit dem dauergestressten Nervensystem zu sehr mit dem analytischen Verstand anzugehen, anstatt den dahinterliegenden Gefühlen Ausdruck zu geben, so Will.

Stimulierung des Vagusnervs

So nannte sie als Methoden zur Stimulierung des Vagusnervs zum Beispiel Yoga und Meditation, Kälteexposition oder Gurgeln, Summen und Singen. Ganz wesentlich seien Atemübungen. Als Basis für die Erläuterungen diente eine Theorie des US-amerikanischen Psychiaters und Neurowissenschaftlers Steven Porges. Die beschreibt auch eine Aktivierungskurve des autonomen Nervensystems, zu dem der Vagusnerv gehört.

Bereichert wurde der Vortrag mit Übungen, die durch Aneinanderreiben der Hände und Berührungen von Nacken oder Kiefer dazu animieren sollten, nach innen zu lauschen und Sinneseindrücke bewusster wahrzunehmen. Es gehe darum, mehr auf Zeichen des Körpers zu hören und sich Zeit zu nehmen, sich wieder mehr zu spüren, erklärte Will.

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