Forst im Schwarzwald-Baar-Kreis: Wem gehört denn der Wald?

Beim Forst BW ist Teamwork angesagt – 500 Gramm soll der Abschnitt wiegen
Kommert„Der Forst kam deswegen auf uns zu. Und da wir am Samstag zwar recht früh anfangen, aber erst am Abend richtig was geht, haben wir nach eingehender Beratung dieser Anfrage zugestimmt“, erzählte der Vorsitzende des Musikvereins Frohsinn, Tobias Grieshaber.
Der Erfolg gab der Zusammenarbeit Recht. Pünktlich um 10 Uhr begrüßten zunächst die Jagdhornbläser die Besucher, darunter viele Privatwaldbesitzer, aber auch interessierte Gäste. Dann ergriff Forstamtsleiter Frieder Dinkelaker das Wort.
Dieser konnte neben etlichen Bürgermeistern auch Kollegen des Villinger Forstamts, Landrat Sven Hinterseh, Landesforstpräsident Martin Strittmatter und Professor Ulrich Schraml von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.
Er hob hervor, dass die Organisation des Waldtages in Händen der Waldpädagogin Marisa Schwenninger gelegen habe. Und man darf mit Fug und Recht behaupten, die junge Försterin hat damit ganz sicher Maßstäbe gesetzt. Auf dem Rundweg durch den Staatswald konnte sie eine wunderbare Atmosphäre mit vielerlei informativen Fachständen darstellen, es war aber auch für den „Waldlaien“ und sogar für Kinder einiges geboten.
Forst als psychologisches Eigentum der Waldbesucher
Zunächst war es aber Professor Schraml vorbehalten, einen sehr interessanten „Vortrag für Waldeigentümer und Waldliebhaber“ mit dem Thema „Mein Wald, dein Wald, unser Wald“ zu halten, der wirklich alle Facetten beleuchtete und nebenbei auch verdeutlichte, dass der geneigte Waldbesucher durchaus dazu neigt, den Wald zu vereinnahmen. Und damit sind sicherlich nicht nur Spaziergänger und Mountainbiker angesprochen.
„Wer oft im gleichen Wald spazieren geht, sieht diesen oftmals als „psychologisches Eigentum“ an – was aber zu unerwünschten Aneignungspraktiken führt“, mahnte er an. Dabei könnten wirklich interessierte Laien durchaus wichtige Partner im Forst sein – man denke an Pflanzaktionen durch Schulen.
Dann machte sich die Mehrzahl der Gäste auf, um den Rundweg zu erkunden, der sehr viel Fachliches zeigte. Wie viel sich beispielsweise in Sachen Arbeitssicherheit getan hat, welche technischen Hilfen auch für schwierige Waldlagen möglich sind, wie Naturschutz auch im Privatwald betrieben wird.
Das Kreisforstamt hatte seine „Waldbox“ mit Kinderprogramm dabei, die Forstliche Versuchsanstalt präsentierte Baumarten, die gegen den Klimawandel resistenter scheinen, eine Baumschule hatte dazu passende Pflanzen dabei, die an die Besucher verschenkt wurden. Auch das Jagdmanagement spielte eine Rolle.
Neue Produkte aus Holz wurden vorgestellt, das Sägewerk Finkbeiner bewies, dass ein Baum heute zu 100 Prozent verwertet werden kann – und die Feuerwehren aus St. Georgen und Triberg zeigten eindrücklich, wie sie gegen Vegetationsbrände gewappnet sind.