Feier in Niedereschach: So verabschiedet die Gemeinde ihren beliebten Pfarrer

Über 100 Ministranten versammeln sich bei der Abschieds-Eucharistiefeier um den Altar in der Eschachhalle. Im Hintergrund auf der Bühne sind die vereinigten Kirchenchöre unter der Leitung von Matthias Faller zu sehen.
Albert BantleEs war ein riesiges, von Wehmut begleitetes und zu Herzen gehendes Abschiedsfest, wie es in Niedereschach wohl noch keinem Pfarrer vergönnt war.
Der Festabend war in drei Abschnitte gegliedert. Er begann mit einer Eucharistiefeier, dann folgte ein offizieller Teil mit einer Vielzahl von Ansprachen und danach klang der vom Musikverein „Harmonie“ umrahmte Abend mit einem „Fest der Begegnung“ aus.
Nach der Eucharistiefeier eröffnete Dekan Josef Fischer den Reigen der Ansprachen, bei denen Reith durch die Bank hochgelobt wurde. Dabei wurde Reith als Pfarrer, der den Menschen auf Augenhöhe begegnet, als Pfarrer mit Herz, als Brückenbauer in der SE gelobt.
Zudem waren sich alle einig: Die Menschen an der neuen Wirkungsstätte von Reith in Buchen im Odenwald dürfen sich auf ihren neuen Leitenden Pfarrer freuen.
Große Präsenz gelobt
Im Namen aller Bürgermeister und Ortsvorsteher aus den neun zur SE gehörenden Gemeinden und Ortschaften lobte Niedereschachs Bürgermeister Martin Ragg die mit hohem zeitlichen Engagement verbundene „unheimliche Präsenz“ von Reith, angefangen von der Jugend bis hin zu den Senioren und den Vereinen.
Was die Jugend aus der SE an Programmbeiträgen auf die Beine gestellt hatte, war atemberaubend und mit großem Aufwand verbunden, bei dem die große Wertschätzung der Jugend für Pfarrer Reith überaus deutlich wurde.
Abschiedsrede des Pfarrers
Die Abschiedsrede von Reith war geprägt von einer Vielzahl von Dankesworten. Er sei „über den grünen Klee“ gelobt worden, was ihm wie er betonte „durchaus geschmeichelt“ habe. Doch er wisse das einzuschätzen und wisse auch, dass vieles nur gemeinschaftlich geschafft wurde – und hierfür sei er allen Unterstützern dankbar.

Pfarrer Frederik Reith dankt allen Unterstützern und bittet für Fehler um Entschuldigung.
Foto: Albert Bantle„Man kann nur vorwärtskommen, wenn man gemeinsam wirkt“, so Reith. Auch er habe Fehler gemacht. Vor diesem Hintergrund bat er alle Menschen, denen er in seiner Zeit bei der SE nicht gerecht geworden sei, um Entschuldigung. Und bei allem Lob müsse er doch feststellen, dass er den Trend bei den Kirchenaustritten auch in der SE nicht habe stoppen können. „600 Ausgetretene, das ist die Realität“, konstatierte Reith seine zurückliegende Zeit innerhalb der SE.
Wille zu Versöhnung fehlt
Nicht nur in der großen Politik, sondern auch im nahen Umfeld fehle es in der heutigen Zeit oft an Empathie, Mitmenschlichkeit und dem Willen zur Versöhnung. Er verzweifle manchmal daran zu sehen, dass es die Menschen nicht schaffen, in Frieden zu leben. Dann befalle ihn mitunter Resignation. Eine Resignation die auch die Kirche mit Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen betreffe. Mit stehenden Ovation wurde Reith am Ende seiner Ansprache gefeiert.