Einsatz für Frauen in Not
: Der Verein Frauen helfen Frauen stellte Arbeit in Triberg vor

Der Verein Frauen helfen Frauen macht sich für Opfer von Gewalt stark und bietet eine Schutzwohnung an. Seine Arbeit stellte der Verein beim Landfrauentag in Triberg vor.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Über den gemeinnützigen Verein Frauen helfen Frauen berichteten Hildegard Steinberger-Heitner, Anna Mut und Irene Stiegeler beim Landfrauentag in Schönwald.

Stephan Hübner

Beim Landfrauentag des Bezirks Villingen in der Uhrmacher-Ketterer-Halle stellte sich der Verein „Frauen helfen Frauen“ mit Sitz in Villingen vor.

Erschreckend waren die Zahlen, dass es 50 Fälle an Partnerschaftsgewalt pro Tag in Baden-Württemberg und täglich 30 verletzte Opfer gibt, die Vorstandsmitglied Hildegard Steinberger-Heitner zusammen mit den Vereinsmitgliedern Anna Mut und Irene Stiegeler präsentierte. Frauen seien zu 80 Prozent Betroffene, Männer zu 80 Prozent Täter. Bei 75 Prozent der Taten handle es sich um schwere Körperverletzung.

Hoch sei die Dunkelziffer, nur etwa jeder zehnte Fall werde angezeigt. In ganz Deutschland erlebten 18 Prozent der Frauen im Leben körperliche Gewalt. Männer seien zu 14 Prozent betroffen, davon würden nur fünf Prozent angezeigt.

Ein Rechtsanspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung sei erst ab 2032 geplant, bisher gebe es den nicht, und die Plätze in Frauenhäusern seien knapp. „Es fehlen tausende“, obwohl Deutschland rechtlich seit 2018 verpflichtet ist, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Schutz und Beratung sicherzustellen und Prävention zu stärken.

Professionelle Betreuung und ambulante Fachberatung

Der 1984 gegründete Verein setze sich für Frauen und Kinder ein, die von Gewalt betroffen seien oder sich in belastenden Lebenssituation befänden. Ziel seien Schutz, Beratung und Unterstützung, zudem das Schaffen von Aufmerksamkeit für das Thema Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit.

Seit 2003 gebe es eine Schutzwohnung für bis zu 16 Frauen und Kinder als sichere und vertrauliche Unterkunft mit professioneller Betreuung, ambulanter Fachberatung und Nachsorge. Wenn Plätze frei seien, könnten Hilfesuchende zu jeder Tages- und Nachtzeit einziehen. Aktuell böten zwei Sozialpädagoginnen Krisenintervention, Begleitung im Alltag oder Unterstützung bei rechtlichen und organisatorischen Fragen. Kooperationen bestünden unter anderem mit dem Arbeitskreis Prostitution, Pro Familia oder dem sozialräumlichen Jugendnetzwerk Villingen.

Notrufnummern sind über die Polizei erreichbar

Der Verein sei stark mit häuslicher Gewalt beschäftigt, dabei sei nicht immer nur die Frau Opfer, der Mann Täter, so Steinberger-Heitner. Dennoch liege der Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen. Es gebe vier Notrufnummern, die über die Polizei erreichbar seien, man sei konfessionell und politisch unabhängig und umfasse den ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis, finanziere sich durch kommunale Gelder, Landesmittel, Bußgelder, Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Kostenlose Beratung, bei Bedarf mit Dolmetscher, sei vertraulich und anonym montags bis freitags von acht bis 16 Uhr möglich, häufige Themen seien Trennung, Sorgerecht oder Stalking. Auch gehe es nicht nur um Gewalt in bestehenden oder ehemaligen Partnerschaften, sondern auch durch Eltern oder Angehörige in Form von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt sowie ökonomischer Kontrolle.

Kontakt zum Verein

Kontaktmöglichkeiten bestehen über die Internetseite fhf-sbk.de, per Email an beratungsstelle@fhf-sbk.de, kontakt@fhf-sbk.de oder vereinsfuehrung@fhf-sbk.de sowie unter Telefon 07721/5 44 00 oder 07721/4 05 40 22.

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