Dorfflohmarkt in Schönwald: Tolle Stimmung herrscht beim Bummel

Volles Haus in Schönwald beim wohl einzigen Dorfflohmarkt – der Besucherandrang muss den Vergleich mit der französischen Nacht nicht scheuen
Hans-Jürgen KommertFür viele Autofahrer ein Ärgernis, für das Dorf und für Flohmarktbegeisterte ein absoluter Höhepunkt: Am Sonntag war die recht viel befahrene Bundesstraße 500 im Bereich Schönwald ab dem Vormittag bis 19 Uhr abgesperrt, der Durchgangsverkehr wurde durch kleine Nebensträßchen umgeleitet.
„Trotzdem standen noch während des Aufbaues immer wieder Autofahrer an den endgültigen Absperrungen, die sich lauthals ereiferten, obwohl bereits vorher auf die Vollsperrung und die Umleitungen hingewiesen wurde“, erklärte Initiator Hans-Peter Weis von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH kopfschüttelnd.
Rund 140 Stände mit etwa 160 Betreibern belegten die Ränder der Hauptstraße mit ihren Waren und luden ein frei nach Reinhard Mey: „Hey Leute kauft beim Trödler Abraham – kommt und wühlt in Kitsch und Künsten“. Rund zehn angemeldete Betreiber hatten wohl Bedenken wegen der angekündigten Unwetter.
Es gab nur wenig in normaler Größe, was es nicht gab, und so mancher Besucher machte ein Schnäppchen. Manche Verkäufer wunderten sich auch, was Käufer boten für etwas, was sie zu solchen Preisen niemals erwartet hätten: So erzählte Gerhard Dessecker, ehemaliger Leiter des Schwarzwaldgymnasiums, seine Tochter habe einen defekten alten Blechhubschrauber für zehn Euro verkauft – „wenn er ganz gewesen wäre, hätte der Käufer ein Vielfaches bezahlt“. Doch natürlich wurde auch gefeilscht, das gehört wohl zum Flohmarkt dazu.
Verpflegungsstände teils kurz nach der Mittagszeit ausverkauft
Das zunächst noch tolle Wetter sorgte für vollgeparkte Nebenstraßen und einen Publikumsverkehr, der den Vergleich mit der französischen Nacht nicht zu scheuen brauchte. Einige wenige Verpflegungsstände gab es, die waren teils schon kurz nach der Mittagszeit ausverkauft, wiewohl sie zunächst Sorge hatten, zu viel eingekauft zu haben.
Der einsetzende Regen sorgte jedoch dafür, dass der Dorf-Flohmarkt früher als gedacht zu Ende war. „Aber das tat der tollen Stimmung keinen Abbruch. Die teilnehmenden Standbetreiber waren durchweg bis auf wenige Ausnahmen zufrieden, „die gibt es aber immer“, so Hans-Peter Weis. „Dank eines tollen Helferteams, den Mitarbeitern des Bauhofs, der Feuerwehr, örtlichen Vereinen, der Verwaltung und zuletzt auch den Anliegern, welche die Flächen zur Verfügung gestellt hatten, war der erste und einzige Dorf-Flohmarkt ein grandioses Erlebnis und ein echter Erfolg“, lautete am Ende sein Resümee.