Burgspektakel auf der Ruine Waldau
: Buchenberg hat eine Pension Schöller 2.0 mit Disco-Flair

Psychiatrie statt Pension, Disco statt Biedermeier: Die Regisseurin transportiert in Buchenberg ein 1890er-Klassiker-Stück gewitzt in die Gegenwart – mit 45 Akteuren und gesellschaftskritischer Botschaft.
Von
Stephan Hübner
Königsfeld-Buchenberg
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Anna plant zusammen mit Ernst (links), Philip die Pension ans Psychiatrie vorzustellen.

Anna plant zusammen mit Ernst (links), Philip die Pension ans Psychiatrie vorzustellen.

Stephan Hübner
  • Auf der Ruine Waldau feierte „Pension Schöller 2.0“ Premiere – mit Disco-Flair.
  • Regie: Martina Dienstberger verlegt den 1890er-Klassiker in die Gegenwart mit Gesellschaftskritik.
  • Handlung: Anna tarnt eine Pension als Psychiatrie; Philipp gerät in absurde Verwicklungen.
  • 45 Mitwirkende auf und hinter der Bühne, Bürgermeister lobt das Engagement.
  • Höhepunkte: schrille Figuren, 70er-Party und Chor, am Ende viel Applaus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit einer Disco-Party und einigen recht ausgeflippten Figuren wartete die Premiere des Stücks „Pension Schöller 2.0“ auf der Ruine Waldau auf.

Die Spielstätte habe einen ganz besonderen Zauber, so Ursula Biebinger, Vorsitzende des Burgspektalvereins. Bürgermeister Fritz Link hob das Engagement von 15 Schauspielern, zehn Sängern und 20 Aktiven hinter der Bühne hervor.

Regisseurin Martina Dienstberger sei ein Kind des Burgspekakels, habe dort erste Schauspielschritte unternommen. Sie habe das 1890 uraufgeführte Stück in die heutige Zeit transponiert, dabei neue gesellschaftliche Themen aufgegriffen. Die Vielfalt von Menschen machte Charme und Reiz einer Gesellschaft aus. Das sei ein Appell wider den tierischen Ernst, der allzu oft vorgaukle, was normal sei.

Plötzlich in der Psychiatrie

Das verdeutlichten zu Beginn des Stücks Aussagen wie „Normal ist ein subjektiver Begriff und eine Illusion“ oder „Wenn man verrückt ist, ist das Leben bunter“.

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Die Handlung drehte sich um Philipp Klapproth (Jörg Kluge), den Schwarzwälder, der mit Schwester Ulrike Sprosser (Ursula Biebinger) und deren Kindern Ida (Ylva Hak) und Franziska (Nepheli Amanatidis) seine Nichte Anna (Sabine Henke) in Berlin besucht, der Philipp ein vermeintliches Medizinstudium finanziert. Da das aber gar nicht existiert und sie angeblich in einer Psychiatrie arbeitet, wandelt Anna mit ihrem Freund Ernst Kissling (Joahnn Wesely) kurzerhand die Pension Schöller in eine Psychiatrie um.

Deren Bewohner könnten gut als Patienten durchgehen. Da ist der verdrießliche Major a.D. Gröber (Berhnard Stirner) der sich über „linke, woke Spitzel“ ereifert, die exaltierte Margarethe Bernhardy, eine ältliche Influencerin oder Eugen Schöller (Peter Horn), ein Schauspieler, der den Buchstaben „L“ verloren und durch „N“ ersetzt hat.

Kurios war auch die von Christine Dannert gespielte Schriftstellerin Josephine Krüger, die ständig neuen Geschichten sucht und von Philipp wilde Räuberpistolen über sich und seine Schwester aufgetischt bekommt. Der Schwarzwälder gewinnt im Bemühen um Weltoffenheit, deren Vertrauen und muss sich gar diverser Annäherungsversuche erwehren.

Schillernde Seventies

Ein Höhepunkt ist eine 70er-Party mit silbernem Ganzkörperanzug und einem Chor (Beate Berg-Haller, Bina Fiehn, Sigrid Fiehn, Ute Eberspächer, Thomas Dienstberger), der zum Mut aufruft, man selbst zu sein.

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Chaotisch wird die Geschichte, als Philipp nach der Rückkehr in den Schwarzwald Besuch aus Berlin bekommt, der das biedere Heim in helle Aufregung versetzt. Es folgen Missverständnisse, fabulierte Heiratspläne Amalie Schöllers (Manuela Schulte) und Freiheitsberaubungen. In weiteren Rollen zu sehen waren Bruno Haas, Laura Balske, Stefania Di Franceso und Andrea Kopp. Für Licht- und Tontechnik zuständig waren Leon Herrmann und Paul Dannert, für Bühne und Kulisse Olaf Zimmermann, Peter Schulte und Bruno Haas, für Elektrotechnik Günter Bildhauer, Thomas Diegner, Michael Schwarz und Thomas Fiehn. Für die gelungene, äußerst humorvolle Vorstellung gab es am Ende viel Applaus und Beifallsrufe.