Bildung in Furtwangen: Was wird aus der Werkrealschule?

Die Robert-Gerwig-Schule
Jürgen LiebauIn der Folge müsste dann allerdings die Werkrealschule an den Großhausberg umziehen mit einem Anbau an die Robert-Gerwig-Schule.
Eine vielfältige Bildungslandschaft ist ein entscheidender Standortfaktor für eine Kommune, gerade auch für eine Stadt wie Furtwangen mit Industrie, Handel und Handwerk. Kinder und Eltern haben hier viele Möglichkeiten, einen passenden Schulabschluss zu erreichen.
Dabei komme der Werkrealschule eine besondere Bedeutung zu, da sie besonders auf die Anforderung der Schüler eingehen und damit eine Grundlage für eine berufliche Entwicklung geben kann.
Genauso wichtig für die Schulstadt Furtwangen ist das Angebot im Bereich Berufsschule. Furtwangen nimmt hier inzwischen eine Sonderstellung ein, da berufliche Schulen immer mehr in Ober- und Mittelzentren zusammengezogen werden. Doch für Furtwangen sei der Erhalt beider Schularten von hoher Bedeutung.
Werkrealschule soll wieder reine Hauptschule sein
Dabei müsse man die aktuelle Entwicklung berücksichtigen, dass im Zug landesweiter Veränderungen unter anderem die Werkrealschule voraussichtlich wieder zu einer reinen Hauptschule herabgestuft würde. Ein mittlerer Bildungsabschluss wäre dann nur mit einer stärkeren Eingliederung in die Realschule am Otto Hahn Gymnasium möglich. Diese Entwicklung wäre unter anderem aus sozialen Gründen nicht gewünscht. Außerdem sei das Schulgebäude am Ilben sanierungsbedürftig mit Kosten in ähnlicher Höhe wie zuletzt am OHG.
Gleichzeitig sei die Robert-Gerwig-Schule nicht mehr voll ausgelastet, da wegen sinkender Schülerzahlen einzelne Klassen abgezogen wurden. Dadurch wäre der Bestand der Schule auf Dauer gefährdet.
Der Kreistag will allerdings weiterhin am Standort Furtwangen mit seinem guten und modernen Gebäude festhalten. In Gesprächen zwischen Stadt und Landkreis tendierte man dazu, diesen Problemen mit einer engen Kooperation der beiden Schulen zu begegnen.
Bei einer Verlagerung der Werkrealschule an den Großhausberg können unter anderem die Fachräume, die Mensa und auch die große Sporthalle der Robert-Gerwig-Schule genutzt werden. Damit könnte auch entgegen der landesweiten Entwicklung an der Schule ein mittlerer Bildungsabschluss erhalten bleiben.
Dafür müsste allerdings ein Anbau für weitere Klassenräume, aber eben keine Fachräume, am Großhausberg durch die Stadt als Schulträger errichtet werden.
Stadt will weiterhin Träger der Schule sein
Bürgermeister Josef Herdner machte deutlich, dass er auch bei dieser Kooperation großen Wert darauf legt, dass die Stadt Furtwangen weiterhin Träger der Werkrealschule bleibt. Der Grundsatzbeschluss, dieses Thema weiter zu verfolgen, wurde vom Gemeinderat dann auch einstimmig bei zwei Enthaltungen angenommen.
Aktuell gibt es hier noch keine konkreten Maßnahmen oder auch Kosten. Rainer Jung (FW) begrüßte diese Gespräche, an der auch alle beteiligt sein sollten. Auch Manfred Kühne (CDU) hob hervor, dass Furtwangen weiterhin Schulstadt bleiben will und soll. Isolde Grieshaber (UL) sah in der Kooperation eine Chance. Sie fragt aber auch nach der Stellungnahme des Schulamtes dazu sowie nach den Kosten für den notwendigen Anbau an der Robert-Gerwig-Schule für die Klassen der Werkrealschule.