Betreuung ab neuem Schuljahr
: Schönwald plant Ganztagsangebot für alle Grundschulklassen

Ab September gilt der Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler. Schönwald will von Anfang an alle Grundschulkinder einbeziehen.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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An der Richard-Dorer-Schule in Schönwald gibt es bald ein Ganztagsangebot für alle. (Archivfoto)

Raphael Sickinger

Wenn im September das neue Schuljahr beginnt, greift eine wichtige Neuerung: Kinder der ersten Klassen erhalten erstmals einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung.

Schönwald hat einen anderen Weg gewählt: „Wir wollen von Beginn an alle vier Klassenstufen in die Ganztagsbetreuung einbeziehen“, hatten Schulleiterin Silvia Schöne und Bürgermeister Christian Wörpel bereits bei der Vorstellung des Betreuungskonzepts im Februar betont.

Die Ganztagsschule geht mit der Verpflichtung einher, täglich acht Stunden entweder durch Lehrkräfte oder pädagogische Kräfte Betreuung zu gewährleisten.

Einheitlicher Schulbeginn

In einem ersten Schritt werde daher der Schulbeginn für alle Schülerinnen und Schüler auf die erste Schulstunde gelegt. Nach dem Unterricht beginnt um 12.10 Uhr die Hausaufgabenbetreuung – sollte der Unterricht nach der sechsten Schulstunde enden, gibt es keine Hausaufgaben. Die Betreuung soll durch vorerst drei Kräfte unterstützt werden, in zwei getrennten Räumen. Danach wird in der Mensa Mittagessen serviert, das voraussichtlich von der Mensa der Hochschule Furtwangen bezogen wird. Danach beginnt die „Entdeckerzeit I“, die den Rest der „Pflicht-Betreuungszeit“ abdeckt. Nur am Dienstag und Mittwoch kommt die „Entdeckerzeit II“ in Betracht, die bis 17 Uhr dauern soll.

Teilweise Skepsis

Schon bei der Hausaufgabenbetreuung sah Markus Fehrenbach (BLS) die erste Hürde: Welches Personal und welche Kosten sind da zu erwarten? Er verwies auf die deutlich höheren Kosten, wenn an zwei Tagen – wie im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) St. Antonius Dienstag und Mittwoch – die Betreuung die Achtstundengrenze deutlich überschritten wird. „Was kann sich die Gemeinde tatsächlich leisten?“, so seine Frage.

Wörpel konnte diese derzeit nicht beantworten – die Höhe der Zuschüsse sei nicht geklärt, eventuell etwa zwei Drittel. Dazu strebe man einen Elternbeitrag in Höhe von etwa 20 Prozent an, im KiFaz liege man derzeit bei rund 13 Prozent. „Wir haben die Erfahrungswerte – mit deutlichen Unsicherheiten – hochgerechnet“, gab Finanzchef Harald Hafner unumwunden zu.

84 Prozent antworteten

Schulleiterin Schöne legte eine Bedarfsumfrage vor, bei der von 105 Eltern ein Rücklauf von nahezu 84 Prozent erreicht wurde. Auf Befragen der Elternbeiratsvorsitzenden Verena Kuner erklärte diese, es habe dazu eine Kritik gegeben. Hier sei nachgefragt worden, warum es keine Staffelung der Beiträge nach Kinderzahl gebe.

Man müsse, so Johannes Fattler (BLS), darauf Wert legen, ein attraktives Angebot abzuliefern, bei dem andererseits die Kosten nicht davonliefen. Dem schloss sich Werner Breig an, der Erfahrungswerte aus seiner beruflichen Tätigkeit vorbrachte: Das Angebot spreche für sich. Und wenn die Anmeldezahlen noch nicht wirklich berauschend seien, garantiere er, dass sich das ändern werde. Für ihn stelle sich die Frage, wer das Essen aus Furtwangen holen soll – zum Beispiel könnte eine eventuelle Lieferung per Taxi erfolgen – und ob der Geschirrspüler zum Reinigen der Gastro-Behälter geeignet sei.

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