Bei eisigen Temperaturen
: So startet Schönwald in die Fasnet

In Schönwald wecken die Narren die Fasnet seit einigen Jahren am Vorabend des Dreikönigstags – man könne dann bis spät in die Nacht feiern, so die Idee dahinter.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Und wieder haben die Wälderhexen drei unschuldige Seelen in ihren Bann gezogen.

Hans-Jürgen Kommert

Damit wurde am Montagabend im Kurort die Fasnet 2026 eröffnet – es wird eine kurze Kampagne werden, denn bereits am 18. Februar ist Aschermittwoch.

Mit tatkräftiger Unterstützung durch die Kurkapelle feierten alle Narrenvereinigungen des Kurorts traditionell den Start in die fünfte Jahreszeit. Relativ kurz war die Eröffnung heuer – Temperaturen im zweistelligen Minus-Bereich sorgten dafür.

Dennoch waren alle einheimischen Zünfte auf dem großen Vorplatz der Uhrmacher-Ketterer-Halle vertreten. „Die lange Zeit der Enthaltsamkeit ist nun vorbei“, strahlte Christof Kammerer, sein Gesicht leuchtete trotz der Kürze der diesjährigen Kampagne.

Der Narrenchef freute sich, auch in diesem Jahr wieder auf Wälderhexen und Weihermänner zählen zu dürfen. Dazu hatte sich eine stattliche Zahl von FC-Hexen auf dem Hallenvorplatz eingefunden.

Nachdem die Hoogestecke-Träger und einige weitere Helfer die Häser abgestaubt hatten, präsentierten die jungen Hirtebuebe ihren Tanz. Auch die Weihermänner zeigten auf, dass es bei ihnen geradezu überlebenswichtig ist, ihren Brunnen wieder kräftig zu schrubben. Nach der Rettung des eingeklemmten Weihermas führten auch die Weihermänner ihren Brauchtumstanz auf.

Um Fasnet verdient gemacht

Gekürt wurde auch heuer wieder der neue „Hoogestecke-Träger“, genauer gesagt, die Trägerin. Bekanntlich erhält den berühmten „Hoogestecke“ in Schönwald nur jemand, der sich im Besonderen um die Fasnet im Ort verdient gemacht hat.

Neuer Träger des „Hoogestecke“ ist Barbara Zipfel (Mitte) – der wurde vom Chef der Hirtebuebe, Christof Kammerer (links) und seiner Stellvertreterin Michelle Rütschle feierlich nach Taufe mit „besonders dunklem Weiherwasser“ umgehängt

Foto: Hans-Jürgen Kommert

In diesem Jahr ist dies Barbara Zipfel, die laut Hirtebuebe-Chefetage alle Bedingungen zum Erhalt des Ordens bestens erfüllt als langjähriges Vorstandsmitglied, das nun das Ornat der Narrenrätin zugunsten des Hirtebuebe-Häs aufgab. Dafür gab es nicht nur den Orden, die Arme musste auch „besonders dunkles Weiherwasser“ aus der alten Milchkanne trinken, was angeblich unglaublich stärke.

Der Brunnen des Weiherma muss in Schuss gehalten werden, sonst gibt’s im Stall keinen Nachwuchs.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Dabei schien das Zeug der Geehrten durchaus zu munden. Selbstredend musste auch sie den Schwur ablegen, den Orden während der gesamten Fasnet gut sichtbar zu tragen und immer dem Anlass entsprechend gekleidet zu sein. Denn ansonsten drohe ihr eine Runde für alle anwesenden Narren, was ihm aber anscheinend wenig Sorgen bereitete.

Die neuen Hexen

Dann griffen auch noch die Wälderhexen mit viel Getöse ins Geschehen ein. Stinkender Rauch kündigte ihren Auftritt an. Sie hatten auch in diesem Jahr mit Philip, Rocco und Daniel Schwer sowie Tino Mark und Leoni Schwörer wieder fünf arme Seelen angezogen, aus denen nach einer Zeremonie – unter anderem durften sie den offenbar widerlichen Hexentrunk genießen – wieder neue Hexen geboren wurden.

Nach dem offiziellen Teil ging es recht ausdauernd weiter, denn auch bei dieser Fasneteröffnung gab es wieder Glühwein, Punsch und alternativ etwas Nahrhaftes – und gefeiert wurde dann an der Bar im „Café Central“ bis spät in der Nacht.

Infos fürs Narrenblättle

Der Vorsitzende der Hirtebuebe, Christof Kammerer, machte bei der Fasneteröffnung darauf aufmerksam, man möge doch dringend Kurioses und Anekdoten fürs Narrenblättle wegen des Strählens an den Verein schicken. „Am beschde wär’s per Mail an Narreblaettle@hirtebue.com oder wer kei Möglichkeit dezue hät, kas eifach per Hand uf ’n Zettl schriewe un in Briäfkaschde bei de Bäckerei Tritschler iwerfe“, warb er.

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