Applaus für den Gemeinderat: Generalplanung für Sanierung des Vöhrenbacher Freibads vergeben

Dem Vöhrenbacher Gemeinderat sitzen viele Interessierte „im Nacken“. Viele freuen sich über den Beschluss, der die Freibadsanierung voranbringt.
Stefan HeimpelDie Entscheidung fiel bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung.
Eine große Zahl an Interessierten war zu diesem Thema in den Bürgersaal des Rathauses gekommen. Die Zuhörer quittierten den Beschluss mit viel Beifall. Immer wieder wurde deutlich, dass die Sanierung für die Stadt ein finanzieller Kraftakt ist.
Bei der Größe des Projektes Schwimmi-Sanierung müssen sowohl die Planung als auch die Bauarbeiten europaweit ausgeschrieben werden. Bei dieser Ausschreibung hatten sich drei Planungsbüros beworben.
Nach Gesprächen mit den Planern vor dem Auswahlgremium im Rathaus wurden die Angebote bewertet. Beim Honorar (20 Prozentpunkte) gab es kaum Differenzen, ebenso bei der Bewertung der Vorgehensweise bei der Sanierung. In Sachen Fachkompetenz (35 Prozentpunkte) lag eindeutig die Fritz-Planung GmbH aus Freiburg und Bad Urach vorne und erhielt damit insgesamt die beste Bewertung.
Komplettes Team dabei
Das Unternehmen war mit einem kompletten Team von Fachleuten für die verschiedenen Bereiche der Sanierung gekommen. Wie auch später bestätigt wurde, kann dieses Planungsbüro mit seinen Abteilungen alle anstehenden Arbeiten selbst durchführen, was die Abwicklung vereinfacht. Daher wurde der Auftrag an die Firma Fritz zum Preis von 1 067 160 Euro brutto vergeben.
Bei der Diskussion wurde mehrfach deutlich, welche Belastung die Stadt hier auf sich nimmt, trotz des hohen Zuschusses. Angekündigt sind hier Gelder vom Bund mit etwa 2,4 Millionen Euro und vom Land Baden-Württemberg mit etwa 1,7 Millionen Euro, die auch kumuliert werden dürfen.
Es bleibt ein Kraftakt
Man geht inzwischen davon aus, dass beide Zuschüsse auch tatsächlich gewährt werden. Aber die Förderzusagen sind bisher noch nicht bei der Stadt eingegangen.
Trotz der Förderung bleibt für die Stadt Vöhrenbach immer noch ein Eigenanteil von bis zu 2,8 Millionen Euro, die zu einem großen Teil durch Kredite finanziert werden müssen.
Wehrle redet Klartext
Je mehr Eigenmittel man direkt aufbringen kann, desto weniger Zins und Tilgung fallen in den nächsten Jahren an. Bürgermeister Heiko Wehrle war der Meinung, dass man die Chance mit diesen Zuschüssen nutzen sollte. Diese komme vielleicht nie wieder.
Bürgermeister redet Klartext
Man müsse sich aber auch im Klaren sein, dass die Stadt ihr Geld immer nur einmal ausgeben könne. Hohe Ausgaben in diesem Bereich bedeuten Kürzungen in anderen Bereichen oder die Erhöhung von Steuern und Abgaben. Die Haushaltsplanung für die kommenden 20 Jahre werde damit schwieriger. Man müsse den Bürgern darstellen, welche Kosten künftig auf sie zukommen. In der Folge könne die Stadt aufgefordert werden, nur noch die Pflichtaufgaben zu finanzieren und alle freiwilligen Leistungen zu streichen. Die Bürger müssten auf jeden Fall die Ansprüche zurückschrauben. Auswirkungen könne das Projekt ohne weiteres auf Hallengebühren für Vereine, Friedhofsgebühren oder auf die Grundsteuer haben.
Schwörer enthält sich
Gemeinderat Albert Schwörer (BWV) zeigte sich beeindruckt, dass der Förderverein hier vieles mobilisieren konnte. Aber er befürchtet auch, dass diese Förderung bei gleichbleibenden Kosten nach ein oder zwei Jahren wieder abflauen könnte. „Ich werde mich bei der Abstimmung enthalten. Ich kann das im Moment nicht verantworten“, erklärte Albert Schwörer.
Sanierung des Freibads „Schwimmi“
Zeitplan
Bei der Vergabe der Planungsarbeiten für die Freibad-Sanierung wurde der geplante Zeitrahmen dargestellt. Man werde nicht wie ursprünglich geplant im Herbst dieses Jahres nach Ende der Badesaison mit der Sanierung beginnen können, so die Verwaltung. Die Planungen seien dafür noch nicht weit genug vorangeschritten. Im kommenden Frühjahr könne man aber tatsächlich beginnen. Auf Anfrage bestätigte Kämmerer Armin Pfriender allerdings, dass die Gelder für die Sanierung zwar angekündigt, aber bisher nicht zugesagt seien. Falls auch bis zum kommenden Frühjahr keine Zusage vorliegt, habe man jedoch die Freigabe, mit den Arbeiten zu beginnen – aber auf Risiko der Stadt. Man rechne auf jeden Fall mit den Förderungen, aber endgültig gesichert sei dies bisher nicht. Auch die jetzt beauftragten Planungskosten gehören zu den Baukosten. Auch hier sind für weitere Schritte in dem Zuschussantrag zusätzliche Maßnahmen der Planer notwendig.
Schließung
Im kommenden Jahr 2027 werde das Freibad komplett geschlossen bleiben. Man geht davon aus, dass auch bei einem Baubeginn erst im kommenden Frühjahr die komplette Sanierung noch 2027 abgeschlossen werden kann. Dann könnte sanierte Schwimmi 2028 wieder eröffnet werden.