Ärger über Landesstraße: Deshalb nervt der Verkehr die Brigacher

Verkehrsberuhigung ist in Brigach ein wichtiges Thema. (Archivfoto).
Richard Schuster„Verkehrsberuhigung“ war das Hauptthema in einer Sitzung des Ortschaftsrates.
Laut Philipp Strumberger, Leiter des Ordnungsamtes, gibt es in Sachen Verkehrsberuhigung und Geschwindigkeitsreduktion drei Möglichkeiten. Eine wäre eine Gefahrenlage, die aber nicht vorliegt, die zweite eine Begrenzung 300 Meter vor und nach Fußgängerüberwegen. Die Idee, die in Brigach vorhandenen Querungshilfen entsprechend umzuwandeln scheitert aber an den im untersten Bereich liegenden Querungszahlen. Letzte Möglichkeit ist der Schutz der Bürger vor Lärm und Abgasen. Gesamtörtlich wird dazu derzeit ein Lärmaktionsplan erarbeitet.
Auf Nachfrage von Michael Krompholz erklärte Strumberger, dass mehrtägige Verkehrszählungen im Schnitt in 24 Stunden 4424 Fahrzeuge, davon 156 Lastwagen verzeichneten. 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer hielten sich an die Geschwindigkeit, zwölf Prozent lagen zwischen 50 und 74 Stundenkilometer, nur 0,4 Prozent waren schneller. Das entspricht laut Krompholz aber trotzdem 16 Autos.

Über das Thema „Verkehrsberuhigung“ spricht der Ortschaftsrat Brigach mit Philipp Strumberger (Zweiter von rechts), Amtsleiter Ordnung, Bildung und Soziales.
Foto: Stephan HübnerOrtsvorsteher Georg Wentz mahnte, dass es beim Engel schon kleinere Unfälle und Beinahe-Zusammenstöße gab und ärgerte sich, dass das Landratsamt „jeden Vorschlag abschmettert“. Das sei nicht nachvollziehbar. „Viele Ortschaften haben zwei Blitzer, bei uns geht gar nichts.“
Landesstraße verläuft durch zwei Wohngebiete
Wentz wies auf den Verlauf der Landesstraße durch zwei Wohngebiete hin, dass Kindergartenkinder diese queren müssen und es sich um die Hauptstrecke zwischen Rottweil und Freiburg handele. Es sei unmöglich, wie das vom Landratsamt gehandhabt werde. Laut Strumberger sprach Bürgermeister Michael Rieger schon mehrfach persönlich beim Landratsamt vor, was aber „auf keinen fruchtbaren Boden stieß“.
Nach Meinung von Wentz ist der Lärmaktionsplan der letzte Strohhalm für Brigach. Strumberger hatte die Idee, Schilder aufzustellen, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, aber zu Geschwindigkeitsreduktion auffordern.
Leerer Akku bei den Geschwindigkeitsanzeigen
„Sehr unzufrieden“ war Wentz schließlich auch mit den in der Stadt vorhandenen Geschwindigkeitsanzeigen, bei denen ihm zufolge der Akku das Hauptproblem ist. Er sprach sich deshalb für die Anschaffung neuer Geräte aus.
Kindergarten in ein weiteres Thema
Ein weiteres Thema war der Kindergarten. Ortsvorsteher Georg Wentz berichtete zudem von Geräten im Eingangsbereich des Kindergartens, die den Geruch mindern sollen. Geplant seien weitere Maßnahmen am Pflaster vor dem Eingang, wo eventuell bei Regen Feuchtigkeit eindringen könnte. So hoffe man, das Geruchsproblem in den Griff zu bekommen.