90. Geburtstag in Triberg: Jubilarin ist mit Null gestartet – und hat einiges aufgebaut

An diesem Montag feiert Jubilarin Rosa Maria Fritschi ihren 90. Geburtstag im Haus Schönwald.
Hans-Jürgen KommertDass Rosa Maria Fritschi ihren 90. Geburtstag einmal in Schönwald feiern würde, hätte sie wohl niemals gedacht. Geboren wurde sie am 7. April 1935 als Rosa Maria Baschnagel in Hondingen, heute ein Ortsteil von Blumberg. Ihre Mutter habe sie nie kennen gelernt – sie selbst kam ins Kinderkrankenhaus nach Freiburg, wo sie zwei Jahre zubringen musste, ihre Mutter verstarb in dieser Zeit an einem Tumor des Rückenmarks.
Da ihr Vater sie ablehnte, sei sie als Pflegekind nach Furtwangen zur Familie Edwin und Hilda Hettich gekommen. „Sie waren wirklich sehr liebevoll zu mir“, erinnert sie sich.
Nach dem Besuch der Volksschule in Furtwangen begann sie mit 14 Jahren zu arbeiten, am Anfang habe sie in der Woche 14 Mark verdient. Später ging sie zum Unternehmen Horray.
Ein Sohn und eine Tochter
Mit gerade einmal 16 Jahren lernte sie beim Tanz den fünf Jahre älteren Julius Fritschi kennen und lieben. „Als ich mit 21 Jahren volljährig wurde, haben wir geheiratet und 1956 einen Sohn bekommen. 1961 folgte unsere Tochter“, erzählt Fritschi.
„Wir haben mit Null angefangen“, erklärt Fritschi. Sie sei dann nach Vöhrenbach gezogen und habe zunächst bei Möbel Amann im Haushalt gearbeitet, bis man seitens der Deutschen Post an sie herangetreten sei. Bei dieser blieb sie bis zur Rente mit 60 Jahren.
In der Zwischenzeit habe sie mit ihrem Mann mit nur wenigen Handwerkern, aber sehr viel Eigenarbeit ein Haus gebaut – ihr Mann war als Schreiner handwerklich sehr versiert.
Unterwegs im Bregenzer Wald
An den Wochenenden seien sie oftmals in den Bregenzer Wald gefahren, wo sie ein altes kleines Bauernhaus gepachtet hatten. „Statt Fastnacht sind wir zum Langlaufen dorthin gefahren“, schmunzelt sie. Das aber wurde 2001 jäh beendet. Denn ausgerechnet beim Langlauf brach ihr geliebter Mann am Schmutzigen Donnerstag zusammen und starb, wiewohl man in einer dortigen Arztpraxis noch alles versucht hatte, um ihn zu retten.
Obwohl sie bereits gesundheitlich angeschlagen war, machte Fritschi allein noch etliche Busreisen mit. Erst seit wenigen Jahren geht das nicht mehr. Seit einem Jahr lebt sie nun im Haus Schönwald, wo sich die Mitarbeitenden der evangelischen Altenhilfe um sie kümmern. Gehör und Augen lassen nach, auch beim Gehen hat sie Probleme, dabei ist sie geistig noch voll auf der Höhe. Sie ist stolz darauf, nie die Leistungen des Arbeitsamts in Anspruch genommen zu haben.
Familie kommt am Geburtstag zu Besuch
Zu ihrem Geburtstag freut sich die Jubilarin auf den Besuch der gesamten Familie mit Sohn, Tochter und Schwiegerkindern, den zwei Enkeln sowie den beiden Urenkelinnen.