TRUMPF in Schramberg-Sulgen: Sprache gelernt, Traumjob gefunden

Ausbildungsleiter Sven Emmert (links) und Dmitro Kolesnyk an seinem Praktikumsplatz bei TRUMPF Laser SE in Schramberg.
Schmider- Dmitro Kolesnyk kam mit 17 allein aus Kiew nach Deutschland und fand in Schramberg Halt.
- Nach Sprachkursen und VABO erreichte er B1, parallel machte er online die mittlere Reife.
- In AVdual suchte er mit Begleitung gezielt eine Ausbildung – Elektrotechnik passte am besten.
- Praktika bei TRUMPF überzeugten durch Lernwille und Teamfähigkeit, Vorkenntnisse halfen.
- Zusage für Ausbildung zum Industrieelektriker ab September – später will er studieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit 17 Jahren traf Dmitro Kolesnyk eine Entscheidung, die viele Erwachsene vor Herausforderungen stellen würde. Er verließ seine Heimatstadt Kiew und zog allein nach Deutschland. Hier sah er bessere Chancen für seine berufliche Zukunft. Damit lag er richtig: Im September startet seine Ausbildung bei TRUMPF Laser SE in Schramberg.
Ein Freund aus dem Kreis Rottweil half Dmitro Kolesnyk bei den ersten Schritten im neuen Land, bei der Wohnungssuche und beim Ankommen. Seine Familie in der Ukraine war zunächst skeptisch, inzwischen unterstützt sie seinen Weg. Jede Woche telefoniert Dmitro mit seinen Eltern und berichtet von seinen Fortschritten.
Als Dmitro vor etwas mehr als zwei Jahren in den Landkreis Rottweil kam, sprach er kaum Deutsch. Im sogenannten VABO, der Vorbereitungsklasse für die Beruflichen Schulen, bereitete er sich deshalb auf das B1-Zertifikat in Deutsch vor. Parallel schloss er online und mit Erfolg seine mittlere Reife in der Ukraine ab.
Einblicke in verschiedene Bereiche
Seit September 2025 besucht Dmitro die AVdual-Klasse an den Beruflichen Schulen in Schramberg. Dort begann die gezielte Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gemeinsam mit seinem AVdual-Begleiter Niclas Kuntz und der Berufsberatung arbeitete er heraus, welche berufliche Richtung zu seinen Stärken und Interessen passt. Schnell wurde deutlich: Sein Weg soll in die Elektrotechnik führen. Kuntz: „Meine Aufgabe als AVdual-Begleiter ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der Praktikumssuche und im Bewerbungsprozess zu unterstützen.“
In den Praktikumsphasen lernte Dmitro die verschiedenen Ausbildungsbereiche bei TRUMPF Laser SE kennen. Er arbeitete in der Lagerlogistik, schnupperte in die Mechatronik hinein, lötete elektronische Bauteile und erhielt Einblicke in unterschiedliche technische Berufe.
Lernwille und Teamfähigkeit
Besonders die Arbeit im technischen Bereich begeisterte ihn, heißt es in einer Mitteilung. „Ich wollte etwas Anspruchsvolles machen, und ich möchte immer etwas Neues lernen“, erzählt er. Dieses Interesse blieb dem Ausbildungsleiter bei TRUMPF, Sven Emmert, nicht verborgen. „Praktika sind bei uns der wichtigste Kanal für die Nachwuchsgewinnung“, so Emmert. Ausbilder und Auszubildende bewerten dabei nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch Einsatzbereitschaft, Lernwillen und Teamfähigkeit. Mit allem überzeugte Dmitro. Dass er in seiner Heimat ein technisches College mit Schwerpunkt Industrieelektrik besucht und damit bereits Vorkenntnisse hatte, war ein weiterer Bonuspunkt.
Nach Vorstellungsgespräch und Eignungstest kam schließlich die Zusage für eine Ausbildung zum Industrieelektriker. „Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, erinnert sich Dmitro Kolesnyk. Im September startet er bei TRUMPF in seine Ausbildung. Und sein Blick geht schon weiter nach vor: „Nach dem Abschluss möchte ich gerne studieren!“
Neuer Lebensabschnitt
Michael Lander leitet beim Landratsamt Rottweil das sogenannte „Regionale Übergangsmanagement (RÜM)“ und steuert damit den gesamten Prozess von der Schule bis in den Beruf. „Am Beispiel von Dmitro Kolesnyk sieht man deutlich, wie erfolgreich die Verbindung aus Sprachförderung, Berufsorientierung, Praktika und individueller Begleitung sein kann“, so Lander. Gleichzeitig verdeutliche seine Geschichte, welchen wichtigen Beitrag engagierte Unternehmen leisten, wenn sie jungen Menschen Chancen eröffnen.
Für Dimitro Kolesnyk beginnt also in Kürze ein neuer Lebensabschnitt. Der Weg dorthin war nicht immer einfach; die größte Herausforderung sei die Sprache gewesen, sagt er. Doch aufzugeben kam für ihn nie infrage. Jetzt blickt er auf das nächste Ziel: seinen Ausbildungsstart im September.
Was bedeutet AVdual?
Mit dem Bildungsgang AVdual gelingt der Einstieg in den Beruf durch die enge Verknüpfung von schulischem Lernen und praktischer Erfahrung in den Betrieben. Ein zentrales Element sind regelmäßige Betriebspraktika in regionalen Unternehmen. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler von sogenannten AVdual-Begleiterinnen und -Begleitern individuell unterstützt und beraten.
Der Bildungsgang AVdual ist Teil der Weiterentwicklung des Übergangssystems Schule–Beruf und wird im Rahmen der entsprechenden Landesstrategie umgesetzt. Unterstützt wird das Angebot durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg sowie durch den Landkreis, die gemeinsam dazu beitragen, jungen Menschen bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu eröffnen.