Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn: Warum die soziale Versorgung jetzt ein Umdenken braucht

Im Austausch vor Ort in Heiligenbronn (von links): KVJS-Verbandsdirektor Frank Stahl, Eva Matschinsky, Leiterin des Dezernats 2 – Soziales beim KVJS, Stiftungsvorständin Andrea Weidemann und Stiftungsvorstand Stefan Guhl
Stiftung- KVJS-Spitze besuchte die Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn – Fokus auf Versorgung.
- Im Zentrum stand, wie soziale Leistungen trotz schwieriger Rahmenbedingungen gesichert werden.
- Praxisblick: Schulklasse mit Hörsehbehinderung zeigt nötiges Zusammenspiel mehrerer Systeme.
- Einigkeit: Weniger Misstrauen und Bürokratie, mehr Verantwortung, klare Absprachen und Vertrauen.
- Beide Seiten wollen im engen Dialog bleiben, um die soziale Infrastruktur zukunftsfest zu entwickeln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach seinem Amtsantritt als Verbandsdirektor des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) besuchte Frank Stahl gemeinsam mit Eva Matschinsky, der neuen Leiterin des Dezernats 2 – Soziales, die Stiftung St. Franziskus. Im Gespräch mit den Stiftungsvorständen Andrea Weidemann und Stefan Guhl standen die aktuellen sozialpolitischen Herausforderungen und die Frage im Mittelpunkt, wie die soziale Versorgung auch unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen langfristig gesichert werden kann.
Verlässliches Zusammenspiel
Zu Beginn des Besuchs stellten die Vorstände die vielfältigen Aufgaben und Angebote der Stiftung St. Franziskus vor. Einen unmittelbaren Einblick in die praktische Arbeit erhielten die Gäste laut Mitteilung beim Besuch einer Schulklasse für Kinder mit Hörsehbehinderung. Dabei wurde besonders deutlich, wie eng unterschiedliche Sozialleistungssysteme ineinandergreifen müssen, damit Kinder mit komplexem Unterstützungsbedarf bestmöglich begleitet werden können. Bildungsleistungen, Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nach dem SGB V und Leistungen der Eingliederungshilfe müssen fachlich sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. „Nur durch ein verlässliches Zusammenspiel aller Beteiligten kann eine bedarfsgerechte Unterstützung gelingen“, heißt es in der Mitteilung
Daran anknüpfend beleuchteten die Gesprächspartner die aktuellen finanziellen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die angespannte Finanzierungssituation der Kommunen, der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an soziale Angebote machen es notwendig, gemeinsam neue und tragfähige Lösungsstrategien zu entwickeln.
Es braucht Vertrauen
Einigkeit bestand darin, dass dies nur in einer Verantwortungsgemeinschaft von öffentlicher Hand und freien Trägern gelingen kann. Beide Seiten tragen Verantwortung dafür, soziale Leistungen dauerhaft verlässlich, fachlich angemessen und wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Voraussetzung dafür sind nicht nur klare Vereinbarungen, sondern ebenso gegenseitiges Vertrauen und Zutrauen in die Kompetenz der jeweiligen Partner.
Zusätzliche Kontroll- und Prüfmechanismen, die vor allem aus Misstrauen entstehen, führen dagegen häufig zu erheblichem bürokratischem Aufwand. Sie binden personelle und finanzielle Ressourcen, erschweren flexible Lösungen und stehen einer wirksamen Leistungserbringung entgegen. Vor dem Hintergrund des erklärten politischen Ziels, Bürokratie abzubauen, braucht es deshalb Verfahren, die Verantwortung ermöglichen, statt Handlungsspielräume immer weiter einzuengen.
Veränderungen zulassen
Die Gesprächspartner sprachen sich dafür aus, bestehende Standards und deren finanzielle Auswirkungen offen und ehrlich zu betrachten. Langfristig tragfähige Lösungen erfordern den Mut, gewohnte Strukturen zu hinterfragen und Veränderungen zuzulassen. Dies gilt für die öffentliche Hand ebenso wie für die freien Träger.
Der Austausch machte deutlich, dass die anstehenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können. Der KVJS und die Stiftung St. Franziskus wollen deshalb auch künftig im engen Dialog bleiben und daran mitwirken, die soziale Infrastruktur verantwortungsvoll und zukunftsfest weiterzuentwickeln, heißt es abschließend.