Seckeles-Gäules-Club in Schramberg
: Rekorde machen ihn zu verdientem Seckel

Andreas „Fips“ Hettich ist der 55. „Seckel“ des Seckeles-Gäules-Club“. Er ist nicht nur ein richtiger Seckel, sondern auch ein Rekordbrecher.
Von
Lothar Herzog
Oberndorf
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Nucki Schmider (links) überreicht Oberseckel Sven Kindler (rechts) den Orden, den dieser Andreas „Fips“ Hettich umhängt.

Herzog

Gut, dass der Seckeles-Gäules-Club von einer Doppelspitze geführt wird. Da Uwe Hasenmaile bei der 37. Clubversammlung im „Rocklorebäck“ krankheitsbedingt schwächelte, hatten die Mitglieder mit Sven Kindler trotzdem noch einen Oberseckel, der ihnen sagte, wo es lang geht. Nachdem sich auch Hans-Peter De Bayer mit Grippe abgemeldet hatte, mutmaßte Kindler, dass beide wohl miteinander im Bett lägen.

Angesichts des Fasnetsmottos der Narrenzunft “100 Jahre Hansel“ verwies Kindler auf wichtigere Narren, die deutlich älter seien. „Seckel waren in Schramberg schon viel früher da, denn nicht alle sind nach Amerika“, erinnerte der Oberseckel an den legendären Leitspruch von Schreiner Fus.

Er habe wohl festgestellt, dass sich ein Klub von der Bergvorstadt immer mehr bei den Seckeles-Gäules einniste. „Aber bis Aschermittwoch sagen wir, was in Sulgen Bittlos isch“, rückte Kindler die fasnetliche Hierarchie zurecht.

Neu gestalteter Orden

Der neu entwickelte Seckeles-Gäules-Orden, ein aus Zinn gegossenes Wunderwerk, stelle eine Sensation dar, die kaum auszuhalten sei. Vor dem Ergebnis ziehe er den Hut, dankte Kindler dem Organisationsteam um Ulrike „Nuki“ Schmider.

Die anwesenden Mitglieder des ehrenwerten Clubs.

Foto: Herzog

Ein Hoch auf die neuen Orden hielt Uwe Rettkowski in gewohnt gereimter Form, die es in sich hatte. All jenen Wählern, die immer etwas zu meckern hätten und die Schuld gerne auf andere schöben, gab er den gut gemeinten Rat: „Geht nach Amerika, der größte Seckel ist dort schon da“.

Gründliche Prüfung

Bei der Suche, ein neues Mitglied in den erlauchten Kreis der Seckel aufzunehmen, sei der Ausschuss nach gründlicher Prüfung auf Andreas „Fips“ Hettich gestoßen. Er habe die Bedingungen wie außerordentliches Engagement für die Da-Bach-na-Fahrt und Seckeleien über Jahre hinweg übererfüllt, hob Kindler hervor.

In ihrer Laudatio erinnerte Nucki Schmider an Hettichs erste Anmeldung zur Da-Bach-Na-Fahrt im Jahre 1987. Damit gehöre er zu einer Handvoll aktueller Fahrer, die noch unter Mohrle Hafner starteten. In der Folgezeit sei Fips 14-mal den Bach runtergeschippert und habe zweimal den ersten Platz belegt.

Seit 33 Jahren Sprecher

Seit nunmehr 33 Jahren sei er Sprecher am Bach. Hinzu kämen Auftritte beim Hausball und Bach-na-Fahrer-Ball. „Allerdings ist der Fips bei den zwei vergangenen Teilnahmen nicht mehr den Bach runtergefahren, sondern abgesoffen“, merkte Schmider an.

Füße eingeklemmt

Dabei habe er zwei Rekorde gebrochen. Noch nie in der 88-jährigen Geschichte der Da-Bach-na-Fahrt habe es ein Zuberkapitän geschafft, seine Füße beim Startschuss zwischen den Bohlen der Startrampe einzuklemmen. Er sei dann dem Zuber mit Tochter hinterher gehechtet. 2024 habe er es tatsächlich in den Bach geschafft, aber nur sieben Meter weit. Dann sei unter der Neuen Brücke Endstation gewesen.

2065 erstmals furz-trocken?

So rigoros wie er habe zuvor noch niemand seinen Zuber abgebaut. Damit habe Fips als ältester Fahrer den Patsch-Nass-Orden eingefangen. Sie habe mal nachgerechnet. „Wenn du jedes Jahr zehn Meter weiterkommst als im Jahr davor, werden dich die Zuschauer im Jahre 2065 das erste Mal trocken ankommen sehen“, grinste Schmider schelmisch und überreichte zusammen mit Sven Kindler den Orden.

Anschließend zur Schlüsselübergabe

Nach der kulinarischen Stärkung mit einer Gemüsesuppe und dem Gruppenfoto spurteten die Seckeles-Gäules-Mitglieder zur Schlüsselübergabe auf den Rathaus-Platz.

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