Schramberger Geschichte: Vom Rabenwirt zur Junghans-Fabrik

Postkarte des Gasthauses „Raben“ in Schramberg aus den 1960er-Jahren
Wilhelm Weiss/Vorlage: Privatbesitz- Vortrag im Stadtmuseum Schramberg: Freitag, 10. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, ohne Anmeldung.
- Carsten Kohlmann zeigt die Geschichte des Lauterbachtals mit Bildern und Hintergründen.
- Wandel vom Bauernhof-Standort zur „Fabrikstadt“ der Uhrenfabrik Gebrüder Junghans.
- Freiamt Tös 1896 e.V. entstand in diesem Stadtteil – Logo erinnert an das Gasthaus „Raben“.
- Seit den 1970er-Jahren Strukturwandel: Teile der Fabrikstadt wurden zum Gewerbepark.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Begleitprogramm der diesjährigen Hauptausstellung „Zu Hause in Schramberg – Bürgervereinigungen in Schramberg“ ist am Freitag die Bürgervereinigung Freiamt Tös 1896 e.V. mit einem historischen Rückblick auf die Geschichte des Lauterbachtals zu Gast.
Stadtarchivar und Museumsleiter Carsten Kohlmann wird in einem bunten Bilderbogen über die Geschichte des Lauterbachtals und seinen epochalen Wandel vom Standort zweier Bauernhöfe in der Zeit der Herrschaft Schramberg zu einem „Hotspot“ des Zeitalters der Industrialisierung berichten. Auf dem Gelände des ehemaligen Töshofes und Amtlehens („Freiamt“) entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein großer Stadtteil der jungen Stadt Schramberg mit Fabrik- und Wohngebäuden.
Stammsitz ist verschwunden
Die auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung 101 Gebäude zählende Uhrenfabrik Gebrüder Junghans war in diesem Stadtteil als „Fabrikstadt“ auch eine Welt für sich. 1896 wurde in diesem aufblühenden Stadtteil auch die erste Bürgervereinigung der Stadt Schramberg gegründet: das Freiamt Tös, in dessen Namen bis heute die Erinnerung an die historischen Ursprünge fortlebt – wie auch im zur 125-Jahr-Feier im Jahr 2021 neu angenommenen Logo mit einem Raben, das an das ehemalige Gasthaus mit diesem Namen erinnert, in dem die Bürgervereinigung gegründet wurde (Lauterbacher Straße 39, 1990 abgerissen).
Seit der Krise der Uhrenindustrie erlebt der Stadtteil seit den 1970er-Jahren einen Strukturwandel, der bis in die Gegenwart andauert: Die Uhrenfabrik Junghans überlebte zwar durch das erfolgreiche Engagement der einheimischen Unternehmerfamilie Steim eine existenzbedrohende Insolvenz im Jahr 2009, benötigt heute aber nur noch einen Teil der ehemaligen „Fabrikstadt“, die seit der Konzentration der Junghans Microtec in Dunningen-Seedorf in einen Gewerbepark zunächst der Diehl-Stiftung in Nürnberg und heute der Auer Holding in München umgewandelt wurde. Verschwunden ist im „Sanierungsgebiet Talstadt West“ auch der Stammsitz der Spiralfedernfabrik Carl Haas, auf deren Gelände neuerdings das MEDZentrum und „Clever Fit“ stehen. Im Zuge dieser Entwicklung veränderte sich auch die Bevölkerung des Stadtteils, in dessen Altbaubestand heute viele Zuwanderer aus aller Welt leben. In der Geschichte des Lauterbachtals spiegelt sich damit beispielhaft die Geschichte der Stadt Schramberg als Geschichte eines großen Strukturwandels vom Marktflecken zur Industriestadt und von der Industriestadt zu einem Umbruchort mit anderen Funktionen und Identitäten.
Der Vortrag findet am Freitag, 10. Juli, 19 Uhr, im Stadtmuseum Schramberg statt (Bahnhofstraße 1). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.