Nach tragischem Unfall an der Fasnet: 16-jähriger Jan aus Aichhalden kämpft sich ins Leben zurück

Jan D., hier vor seinem schrecklichen Unfall, liegt mittlerweile seit 28 Tagen im Krankenhaus und kämpft sich langsam ins Leben zurück.
privatEine unbedachte Aktion zur Fasnetszeit hat das Leben des 16-jährigen Jan D. über Nacht vollkommen verändert. Nun kämpft er um seine Zukunft.
In der Nacht auf den 1. März war der Aichhalder zusammen mit zwei Freunden – während in Aichhalden der Altweiberball gefeiert wurde – gegen Mitternacht auf das Flachdach der benachbarten Josef-Merz-Halle gestiegen. Mit fatalen Folgen: Er brach durch eine Lichtkuppel, stürzte rund fünf Meter tief auf den Hallenboden und wurde dabei schwer verletzt.
Die Feuerwehr brach die Tür zur Halle auf, ein Rettungswagen brachte den Jugendlichen in eine Klinik. Seitdem ist alles anders.
Dreimal operiert worden
„Wir warten und hoffen jeden Tag, dass es besser wird“, sagt seine Schwester Vanessa im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihren Bruder so schwer verletzt auf der Intensivstation zu sehen, sei schlimm gewesen, erinnert sie sich.
Dreimal sei Jan inzwischen operiert worden, das erste Mal noch in der Unfallnacht, mehrere Stunden über, erzählt sie. Bei der jüngsten OP sei ihm, um den Hirndruck zu verringern, ein so genannter „Shunt“ eingesetzt worden, der wohl ein Leben lang bleiben muss.
Lebensbedrohliche Verletzungen
Jan hat bei seinem Sturz lebensbedrohliche Verletzungen erlitten: ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und Schäden an den Frontallappen, zudem wurde ein Hydrozephalus festgestellt, bei dem sich vermehrt Flüssigkeit im Gehirn ansammelt, die den Hirndruck erhöht.
Durch die Verletzungen sei sein Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, berichtet seine Schwester. Oft habe er nach kurzer Zeit schon vergessen, welcher Tag sei. Anfangs habe Jan gar nicht gesprochen. Mittlerweile übe man schon kurze Sätze. Er mache also Fortschritte, erfahren wir.
Welche Schäden und Beeinträchtigungen langfristig bleiben werden, könne man erst nach gut einem Jahr sagen, heiße es von den Ärzten.
Leben aus den Angeln gehoben
Der Unfall hat nicht nur das Leben des Jugendlichen aus den Angeln gehoben, sondern auch das seiner Familie, die ihm nicht von der Seite weicht. Die Eltern sind täglich an seiner Seite, seine Schwester übt mit ihm fast jeden Tag Lesen, Schreiben, Malen und einfache Bewegungen wie „Daumen hoch“.
Mit Begleitung schaffe Jan auch einige wackelige Schritte, erzählt uns Vanessa D. Klar sei aber, dass er noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben werde und dann wohl erst einmal in Reha müsse. Wie groß der pflegerische Bedarf zu Hause dann sein werde, oder wie viel Unterstützung ihr Bruder künftig brauchen werde, sei noch unklar.
Finanzielle Belastung
Groß ist neben der emotionalen Belastung auch die finanzielle – unter anderem durch die täglichen Fahrten zur Klinik (rund 40 Kilometer pro Strecke). Zudem ist noch unklar, welche Folgekosten die Familie, unter anderem für die Versorgung von Jan, noch zu tragen haben wird.
Jeder Beitrag hilft
Die Oberndorferin Kim Fricke hat deshalb auf gofundme.com unter dem Titel „Jan D. – ein tapferer Junge kämpft sich zurück“ eine Spendenaktion für die Familie ins Leben gerufen. Auf der Website heißt es: „Jetzt braucht die Familie D. unsere Unterstützung! Jede Spende, ob groß oder klein, hilft dabei, Jan die bestmögliche Behandlung und Rehabilitation zu ermöglichen. Lasst uns gemeinsam helfen – für Jan, für seine Familie und für eine zweite Chance auf ein normales Leben.“
Die Aichhalder Familie hat Kim Fricke damit überrascht. Vanessa D. ist dankbar für das Engagement ihrer Bekannten und für jeden Spender. Jeder noch so kleine Beitrag sei eine Hilfe, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion und hofft, dass ihr Bruder irgendwann wieder ein möglichst normales Leben führen kann.