Musikerinitiative Schramberg: Die MIS als 40-jähriges Erfolgsmodell

Mit eine der angesagtesten Bands zur MIS-Gründungszeit: „Eddie & the Hardbreakers“ mit Edgar Reutter, Bobbi Hettich, Mitch Reutter, Jörg Armbruster und Thomas Engelmann (von links). Später gehörte auch Saxofonist Oliver Hardt dazu.
WegnerAnfang der 1980er-Jahre kam Struktur in die Schramberger Musikszene. Mit dem ersten „Raustein Festival“ wurde 1984 die „Musikerinitiative-Schramberg e.V.“, kurz M.I.S, gegründet.
Sie kämpft seither mit einer kleinen Lobby für echte Livemusik. Schon damals standen die Mitglieder der Musikerinitiative-Schramberg für einen Schmelztiegel verschiedenster Livemusik, abseits des gängigen Mainstreams und Dancefloor-Sounds.
In ihrer Satzung hat sich die MIS die Förderung des kulturellen Lebens in der Stadt Schramberg auf die Fahnen geschrieben.
Förderung von Auftritten
Der Verein fördert und organisiert seit jeher Probe- und Auftrittsmöglichkeiten für lokale Bands mit handgemachter Livemusik in Schramberg und Umgebung und engagiert sich ausschließlich im Zusammenhang mit live gespielter Musik und dabei vornehmlich in der Unterstützung lokaler Bands. „Von Musikern, für Musiker“ lautet hier das Motto, da die Konzerte von Vereinsmitgliedern organisiert, gestaltet und von Bands des Vereins mit live Musik gefördert und realisiert wird.
Die Bands des Vereins veranstalten jedes Jahr mehrere „Live-Konzerte“ in Schramberg. Neben den Einzelkonzerten der verschiedenen Bands sind die Club Festivals „Schramberg Rockt“, „Rough-Rock“ sowie vereinzelte „Accoustic-Nights“ die Zentralen Veranstaltungen im Vereinsgeschehen.
Gewinnung Gastbands
Hierfür konnten auch immer wieder Gastbands als Headliner gewonnen werden die weit über die Grenzen Schrambergs hinaus bekannt sind. Die M.I.S unterstützt zudem mit ehrenamtlichen Helfern den Metalacker in Tennenbronn, der schon längst zusammen mit den großen Festivals wie Wacken im Kalender der Metal-Fans steht. Zudem waren schon einige M.I.S Bands im Top Line-Up des Metalackers gelistet.
„Musik wird störend oft empfunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden“, hat Wilhelm Busch einmal formuliert. Und der Mann hatte recht. „Net schlecht, aber z´laut“ entwickelte sich dann auch von der Standard-Konzertkritik eines hier ungenannten Schrambergers zum geflügelten Wort in der Musiker-Szene.
Keine „Liebe auf ersten Ton“
Eine Liebe auf den ersten Ton war es nicht, als die MIS Anfang der 80-er Jahre antrat, um den Jungs und Mädels mit den großen Boxen in der Stadt Gehör zu verschaffen.
Erst mit der Überzeugungsarbeit in Richtung Gemeinderat und dem Probezentrum in der H.A.U. wurden die Voraussetzungen geschaffen, um in Schramberg eine bunte, lebendige Musikszene entstehen zu lassen. Um diese Szene auch nach außen hin sichtbar zu machen, veranstaltete die M.I.S ab 1984 jährlich ein Musikfestival auf dem Raustein. Das Festival etablierte sich für fast 20 Jahre fest in der Schramberger Kulturszene.
Musiker jeglicher Stilrichtungen sind in der Musikerinitiative-Schramberg willkommen. Die Musikerinitiative-Schramberg beherbergt eine große musikalische Bandbreite von rein akustischer Rockmusik, Funk, Hard Rock über Blues bis Punk, Ska und Metal-Stilrichtungen bis zu der härtesten Gangart.
Großes Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet der Vereinsmitglieder erstreckt sich weit über Schrambergs Grenzen hinaus. Die zahlreichen Proberäume werden den Vereinsmitgliedern, mit Unterstützung der Stadt Schramberg, zur Förderung und Bereicherung des kulturellen Lebens in Schramberg sowie deren gemeinnütziger Mitarbeit an Vereinsveranstaltungen und den Vereinsleben mietfrei zu Verfügung gestellt.
Anmietung Proberäume
Dabei können die Musiker je nach Verfügbarkeit und Kapazität einen Einzelproberaum oder mit einer anderen Band zusammen einen großen Proberaum beziehen. Aktuell hat der Verein zehn Proberäume mit circa 15 verschiedenen Bands. Die Vereinsmitglieder zahlen dabei einen vergleichsweise geringen Jahresbeitrag. Der Verein kommt dabei für die anfallenden Betriebskosten auf.
Die musikalische Bandbreite der damaligen M.I.S ist auch heute noch auf der CD „Sound of the Town“ zu hören. Vollständig ist diese Sammlung von MIS-Bands und ihrer Songs nicht. Das kann sie auch nicht sein, sonst hätte das Ganze nicht auf eine Scheibe gepasst.
Digitalisierung einer CD
Einige der Bands gibt es nicht mehr, manche immer noch und andere immer wieder. Passend zum 40-jährigen Jubiläum wurde die CD digitalisiert und ist nun auf der Homepage der Musikerinitiative unter www.musikerinitiative-schramberg.de zu finden.
In die Charts und auf die Titelblätter einschlägiger Magazine hat es bislang keine Band geschafft. „Macht nichts, denn Spaß hatten und haben sie trotzdem“, teilt Annalisa Müller für die MIS mit.