Mitgliederversammlung
: Neustart statt Stillstand in Schramberg

Neuer Vorsitzender, frische Ideen, große Herausforderungen: Der Handels- und Gewerbeverein Schramberg hat Andreas Hafner einstimmig an die Spitze gewählt.
Von
Johannes Fritsche
Schramberg
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Das HGV-Team (von links): Tanja Sum, xxx Krön, Catherine Dold, xxxx, Hans Moser, Alexandra Zink-Colacicco und Andreas Hafner

Das HGV-Team (von links): Tanja Sum, Jens Krön, Cathrine Dold, Max Walter, Hans Moser, Alexandra Zink-Colacicco und der neue Vorsitzende Andreas Hafner

Johannes Fritsche
  • HGV Schramberg wählt Andreas Hafner einstimmig zum Vorsitzenden, er folgt auf Kirsten Moosmann.
  • Hafner betont Potenzial von Industrie, Handel und Handwerk und kündigt neue Ideen an.
  • OB Dorothee Eisenlohr berichtet kurz: zwei Pop-up-Stores bleiben, neues Geschäft an der Steige geplant.
  • Buchhandlung Buchlese schließt, Stadt kontaktierte Ketten bislang ohne Erfolg.
  • Unternehmensnachfolge im Fokus – Programm zur Nachfolgeberatung in Arbeit, Ehrung für Johannes Kempf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Steigende Kosten, Kaufzurückhaltung und unsichere wirtschaftliche Aussichten beschäftigen den Einzelhandel derzeit mehr denn je. Bei der Hauptversammlung des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Schramberg im Restaurant Safran standen deshalb nicht nur Vereinsformalitäten auf der Tagesordnung, sondern vor allem die Frage, wie der Standort Schramberg gestärkt werden kann.

Dabei wurde auch ein Generationswechsel an der Spitze vollzogen: Andreas Hafner wurde einstimmig – bei (s)einer Enthaltung – zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Kirsten Moosmann, die den HGV viele Jahre geführt hat und sich beruflich neu orientiert.

OBin Dorothee Eisenlohr dankte Kirsten Moosmann für ihren Einsatz.

OBin Dorothee Eisenlohr dankte Kirsten Moosmann für ihren Einsatz.

Johannes Fritsche

„Wir haben die Zukunft Schrambergs in der Hand“, sagte Moosmann zu Beginn ihrer letzten Versammlung als Vorsitzende. Später verabschiedete sie sich „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ von ihrem Ehrenamt.

Die Wahl leitete Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, die Hafner für seine Bereitschaft dankte, Verantwortung zu übernehmen.

Der Diplom-Ingenieur lebte viele Jahre in Asien und arbeitete dort für deutsche Unternehmen. Vor rund fünf Jahren kehrte er nach Schramberg zurück und gründete mit „5 Valleys“ und „Schwarzwald Mariele“ zwei erfolgreiche Unternehmen im Gewerbepark H.A.U. Mitglied im HGV ist er erst seit drei Wochen.

Antrittsrede

In seiner Antrittsrede sprach Hafner vom „großen Potenzial in der Symbiose von Industrie, Handel und Handwerk in Schramberg“. Er kündigte neue Ideen an und zeigte sich überzeugt, dass der Einzelhandel auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich gegensteuern könne.

Doch zunächst standen der Rückblick auf das vergangene Jahr mit seinen vom HGV organisierten Veranstaltungen und Aktionen auf der Tagesordnung, danach der Kassenbericht. Nach dem Testat von Kassenprüferin Alexandra Zink-Colacicco stand einer einstimmigen Entlastung nichts im Wege.

Wegen der fortgeschrittenen Zeit fasste sich Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr bei ihrem Bericht über aktuelle Entwicklungen in der Stadt kürzer als geplant. Positiv wertete sie, dass zwei der sechs bisherigen Pop-up-Stores dauerhaft geblieben seien. Mit „Der kleine Alltagszauber“ werde an der Steige bald ein weiteres Geschäft eröffnen.

Bedauert wurde dagegen die Schließung der Buchhandlung Buchlese. Die Stadt habe mehrere Buchhandelsketten kontaktiert, bislang jedoch ohne Erfolg.

Johannes Kempf mit Peter Renz

Johannes Kempf (rechts) mit Peter Renz

Johannes Fritsche

Ein weiteres zentrales Thema war die Unternehmensnachfolge. Unter großem Beifall gratulierte Eisenlohr Johannes Kempf, der das Haushaltswarengeschäft Schinle auf den Tag genau vor 30 Jahren übernommen hatte. Gleichzeitig räumte sie ein: „Wir können leider keine Nachfolger backen.“ Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann arbeite deshalb derzeit an einem Programm zur Nachfolgeberatung.

Hilsenbek macht Mut

Einen Blick auf die wirtschaftliche Lage der Region warf anschließend Philipp Hilsenbek von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Er erinnerte daran, dass jeder Industriearbeitsplatz zwei weitere Arbeitsplätze sichere und jeder zweite Euro in der Industrie verdient werde. Gleichzeitig plane inzwischen jedes dritte Unternehmen einen Personalabbau.

Dennoch machte Hilsenbek Mut: In einer aktuellen Standortumfrage habe die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit der Note „3 plus“ im Vergleich zu anderen Regionen ordentlich abgeschnitten. Während die Bearbeitungszeiten in den Behörden kritisch bewertet würden, erhalte die Lebensqualität Bestnoten.

Vorschläge aus der Runde

In der Aussprache regte Peter Renz an, wieder eine Ausstellung Schramberger Industriebetriebe in den Schaufenstern der Innenstadt zu organisieren. Außerdem sprach er sich dafür aus, leerstehende Schaufenster mit positiven Motiven wie „Schramberg ist schön“ zu gestalten. Clemens Maurer warb schließlich für die Initiative „Make it in Schramberg“: „Nur mit einer guten Vernetzung der Schramberger Wirtschaft kommen wir weiter.“

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