Mini-Schramberg: Abgekartetes Spiel – zwei Rocker packen aus

Die Mini-Polizisten vor der berüchtigten „Rockerbar“. Hier stellten sie gestern das geraubte Geld sicher.
Y. WegnerZwar wurde das Raubgut gefunden und an die Bank zurückgegeben – vollkommen in Ordnung gebracht worden ist die Sache um den gestrigen Überfall aber noch nicht. So interviewte die Mini-Redaktion exklusiv zwei der „Bankräuber“ vom Montag, welche namentlich nicht genannt werden wollen. Diese hatten allerhand zu erzählen.
Aus ihrer Sicht trug sich der Überfall folgendermaßen zu: Nachdem die Rocker den Raubzug sorgfältig planten, machten sie sich ans Werk. Mit einem vorgetäuschten Notfall lockten sie die Schalterangestellten weg, um dann maskiert über den Tresen zu springen und die Schramel-Scheine zu erbeuten.
Entgegen der bisherigen Annahme, rund 1000 Schramel seien gestohlen worden, ergaben sich heute neue Erkenntnisse. So prahlten die beiden stolz, sogar mehr als das Doppelte mitgenommen zu haben. Die Gruppe teilte sich sodann auf, eine Hälfte machte sich mit dem Geld davon und wechselte unmittelbar danach die Kleidung, um im Spielstadtgewirr untertauchen zu können.
Rechnung ohne Polizei gemacht
So schlugen sich auch die beiden zur Rockerbar durch, um dort ungestört die Beute aufteilen zu können. Dabei hatten sie jedoch die Rechnung ohne die Polizei gemacht, Zeugenaussagen überführten die Täter letztendlich.
Geldstrafe bezahlt
Jeder der Beteiligten zahlte eine Geldstrafe, auch die Kasse der Rockerbar musste herhalten. Allerdings habe die Polizei sich bei der Festnahme nicht ordnungsgemäß verhalten. So seien die beiden Bankräuber gegen eine Wand gedrückt worden und es wurde ihnen laut ins Ohr geschrien. Auch hätten die Polizisten trotz ausdrücklichen Widerspruchs Fotoaufnahmen der Täter angefertigt.
Gewichtiger Vorwurf
Und damit nicht genug: So besteht Grund zur Annahme, dass die beiden Rockerbar-Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten hintergangen wurden. Nachdem diese den gemeinsam ausgearbeiteten Plan durch ihre Angestellten durchführen ließen und mutmaßlich große Teile der Beute einsackten, gaben sie gegenüber den Polizisten an, dass allein die beiden für den Raubzug verantwortlich seien.
Während die Kinder also die Geldstrafe aus ihrem Privatvermögen entrichten, und sich am Folgetag zwangsläufig nach einem neuen Job umsehen mussten, wurden die „Hintermänner“ nicht zur Verantwortung gezogen und führten, als sei nichts geschehen, weiter das Tagesgeschäft.
Jetzt rehabilitiert
Mittlerweile sind jedoch auch die beiden „Räuber“ rehabilitiert – sie gingen, als der Mini-SchwaBo das Interview führte, gerade einer ehrbaren Tätigkeit nach. Man darf indessen gespannt bleiben, ob es im Laufe der Woche erneut zu einem Banküberfall kommen wird.
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