Majolika in Rottweil
: Helge Thun verzaubert das Publikum mit Humor und Magie

Mit Wortwitz, Zauberkunst und verblüffenden Tricks begeisterte der Tübinger Künstler Helge Thun das ausverkaufte Subiaco-Theater bei „Kleinkunst Theaterring Schramberg“.
Von
Martina Baumgartner
Oberndorf
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Helge Thun auf der Bühne der Majolika: Zwischen Zauberei und Humor zog er das Publikum in seinen Bann.

Baumgartner

Bühnengast Helge Thun fegte bei „Kleinkunst Theaterring Schramberg“ am Mittwochabend die Subiaco-Bühne in der Majolika. Das Handwerk der Zauberei gepaart mit Humor war ihm offenbar in die Wiege gelegt worden, behauptete er gleich zu Beginn seiner Show und führte den Beweis mit Fotos und Filmschnipseln aus der Erinnerungskiste seiner Eltern: „Da sieht man mich im zarten Alter von vielleicht einem Jahr, wie ich einen Stein verschwinden lasse“, kommentierte er den kleinen Steppke, der zu sehen war, der denselben mit vor Schalk blitzenden Augen in die Landschaft warf.

Der Tübinger Künstler mit norddeutschen Wurzeln hatte das amüsierte Publikum im ausverkauften Theater redegewandt, mit lustigen Wortspielen und Reimen sowie einer kräftigen Prise Witz schnell erobert. Das Publikum sah dem 54-Jährigen gerne dabei zu, wie er seinen mit vielen Talenten gefüllten Bauchladen ausbreitete. Thuns Befürchtungen einen “Tod durch Scherzversagen“ zu erleiden, konnten die Zuschauer ihm wahrlich nicht attestieren.

Tricks so nebenbei

Bisher habe seine offenbar ungewöhnliche Karriere als Dichter, Zauberer und Kabarettist keinen linear steigenden, sondern einen eher linear horizontalen Kurs im „Zickzack zum Zenit“ genommen, verriet er mit augenzwinkerndem Blick auf seinen Programmtitel.

Dass sich Schwaben wegen ihres angeblich nur von ihnen selbst gekonnten Dialekts nichts auf ihre Herkunft einbilden dürften, belegte der Kieler in astrein gesprochener Mundart und resümierte mit einem flotten Zweizeiler: „Für Schwaben heißt das im Endeffekt, die Menschheit ist nur reingeschmeckt.“

Den ersten Zaubertrick kommentierte Thun mit leichtem Zungenschlag vermeintlich in Dänisch und ließ dabei offen, ob er dieser Sprache überhaupt mächtig war. Das Publikum verstand, was gemeint war, wenn auch nur durch einige markante Schlagworte.

Der Zauberer verblüffte mit seinen Tricks, die wie so ganz nebenbei geschahen. Ratlose Zuschauer versuchten die Länge von Seilen zu schätzen, die durch des Magiers Hände gezogen oder verknotet plötzlich länger oder kürzer wurden, oder sich trotz scharfer Schere gar nicht veränderten.

Magische Momente

Weinflaschen und gefüllte Gläser tauschten die Plätze in zwei schmalen Röhren auf unentdeckte Weise. Thun, der angeblich keinen Alkohol zu sich nahm, probierte vom Rebensaft und hatte - „avanti, avanti – Chianti, Chianti“ - plötzlich ein immer gefülltes Glas aus immer mehr Flaschen. „Und jetzt fragen Sie sich sicher: Geht das auch mit Weißwein?“, so Thun und blieb die Antwort schuldig.

Als Kunstfigur Manni mit Jogginganzug, Mantamatte und schnoddrigem Ruhrpott-Tonfall nahm Thun zum Schluss Tuchfühlung zum Publikum auf und zeigte seine undurchschaubaren Kartentricks sogar aus nächster Nähe. Doch die freiwilligen Helfer konnten den Verlauf der Kunststücke auch von dort aus nicht entschlüsseln.

„Sie können klatschen, so lange Sie wollen. Ich komme nicht wieder zurück“, verabschiedete sich der Künstler nach rund eineinhalbstündiger, kurzweiliger Unterhaltung mit einer Zaubertrick-Zugabe.

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