Kunst im Schloss
: Wie der Himmel über Schramberg

Wolken sind als „Flüchtige Momente“ beim Blick in den Himmel zu sehen und in der Ausstellung von Anina Gröger bei Podium Kunst im Schloss Schramberg.
Von
Christoph Ziechaus
Oberndorf
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Susanne Ramm-Weber (links) bei der Einführung in die Ausstellung „Flüchtige Momente“ von Anina Gröger (Mitte rechts) in dunkler Kleidung.

Ziechaus

Beim Eintritt in die Ausstellungsräume könnte man glauben, den Himmel über Schramberg durch neue Fenster zu sehen: Der Himmel mit Wolken scheint sich im Raum auszubreiten.

Der Eindruck überkam Lars Bornschein beim Betreten der Ausstellung mit farbigen Bildern von Wolkenformationen auf großen, meist dreiteiligen Tafeln von Anina Gröger. Weder feste Konturen oder Begrenzungen noch Pinselspuren sind auf den Tafeln zu sehen. Das Blau, Grau, Gelb oder Weiß hat keine festen Grenzen, die Farben gehen weich ineinander über. Die Formen verändern sich, sie verschwinden, wie auch die Wolken im Wind.

Die Wolken sind nicht mehr flüchtig.

Foto: Ziechaus

Auf die Hartfaserplatten werden die Farben von der Künstlerin mit ihren Handballen aufgetragen, erklärte die Kulturwissenschaftlerin Susanne Ramm-Weber die spezielle Arbeitsweise von Anina Gröger.

Seit etwa 40 Jahren arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Pforzheim, malte Landschaften im nahen Kraichgau. Die sind stark gegliedert mit Feldern, Wälder und Bäumen; schaut man über sie hinweg, fehlen die Orientierungspunkte, die Wolken sind flüchtig, ihre unscharfen Konturen verformen und vermischen sich, können schnell verschwinden.

Fokus verschiebt sich

Über flachem Land breitet sich ein weiter Himmel aus, verschiebt sich der Fokus nach oben, ist kein Land mehr zu sehen, nur Himmel, manchmal sehr blau mit wenigen Wolken, manchmal milchig.

n der Kunstgeschichte werden Himmelsdramen inszeniert mit aufziehenden Gewitterwolken, drohend dunkel, leuchtend gelb, über Land oder über Wasser, wie bei William Turner.

Anina Gröger im Gespräch mit einer Besucherin vor Wolken an einem Sommerhimmel.

Foto: Ziechaus

Anina Gröger nimmt sich einzelne Wolken oder auch überschaubare Formationen heraus und erzeugt mit Farben eine Stimmung. Solche Wolken könnten über Landschaften verschoben werden und schon wären sie nicht mehr losgelöst und der Fantasie des Betrachters überlassen. Es bliebe nur das Wissen, die Wolken schweben meist sehr hoch, haben keine feste Grenze, sind nicht stabil und man könnte nicht drauf gehen ohne zu fallen.

Die schöne Ansicht der weichen Formen und Farben ist in der Ausstellung das Bild eines flüchtigen Moments, am Himmel über Schramberg eine Illusion an einem schönen, sonnigen Tag.

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