Kolpinggedenktag Sulgen: Das Wirken der Propheten ergründet

Für 40-jährige Mitgliedschaft zeichnen Pfarrer Eberhard Eisele (links) und Reinhold Seckinger (rechts) Michael Haas aus.
KolpingsfamilieIn seiner Predigt ging Pfarrer Eberhard Eisele auf das Wirken von Propheten ein. Bereits in der Lesung hörte man vom alttestamentlichen Propheten Jesaja, der Visionen von einer vollendeten Welt hatte.
Im Evangelium danach wurde Johannes der Täufer als Prophet vorgestellt, der den Weg für den Messias bereiten wird.
Am Kolpinggedenktag sieht Pfarrer Eisele den selig gesprochenen Adolph Kolping als dritten Propheten, dessen einhundertsechzigster Todestag am 4. Dezember begangen wurde. Johannes der Täufer und Adolph Kolping seien zwei adventliche Gestalten, die in ihrer Botschaft immer wieder Gemeinsamkeiten aufweisen. Beide sehen sich als von Christus her berufen und gesandt.
Gründung während industrieller Revolution
Pfarrer Eisele stellte den Werdegang von Adolph Kolping dar, der in der Priesterweihe 1845 seinen ersten Höhepunkt erreichte. Die Not der Handwerksgesellen in der beginnenden industriellen Revolution sehend, gründete er 1846 zusammen mit seinem Freund Johann Breuer in Wuppertal-Elberfeld den ersten katholischen Gesellenverein und legte damit den Grundstock für das spätere in über 60 Ländern der Erde sich ausbreitende internationale Kolpingwerk mit heute rund 400 000 Mitgliedern.
Nach dem Gottesdienst wurde in der Kirche eine Gruppenaufnahme gemacht und das Geschehen in den Pfarrhof verlegt.
Vorsitzender Reinhold Seckinger begrüßte mit herzlichen Worten die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen. Nach einem gemeinsamen Adventslied zitierte er einen Impuls von Maria Adams, Geistliche Leitung Kolping Deutschland, die von einem historischen Bild mit einem nachdenklich an einem Tisch sitzenden Adolph Kolping berichtet, der sich Notizen macht. Er sucht Menschen, die mit ihm anpacken. Der zweite Tisch steht mitten in Köln, im Mai 2025. Es ist der „Orange Table“, über zwei Kilometer lang, Kolping feiert das 175-jährige Verbandsjubiläums, das viele Besucher miteinander ins Gespräch bringt und bezeugt, dass das, was Kolping einst begonnen hat, weiterlebt. Seckinger schlug den Bogen zur 100-Jahr-Feier der Sulgener Kolpingsfamilie im vergangenen September, wo auch viele Tische zur Bewirtung der zahlreichen Gäste aufgestellt wurden und wo Kolpinggemeinschaft über die Ortsgrenzen hinaus gepflegt wurde.
Nach der hier nur verkürzt wiedergegebenen Ansprache von Reinhold Seckinger schritt er zu der am Kolpinggedenktag üblichen Jubilar-Ehrung. Nach dem man in den vergangenen Jahren immer mehrere langjährige Mitglieder ehren durfte, war es in diesem Jahr mit Michael Haas nur eine einzige Person, er brachte es auf 40 Jahre Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie.
Urkunde und Geschenk für Vereinstreue
Seckinger erwähnte vor allem einen Vortragsabend über Verkehrsrecht, den der Geehrte, von Beruf Fahrlehrer, zum Nutzen der Besucher präsentierte. Mit einer Urkunde und einem Geschenk wurde Haas für seine Vereinstreue belohnt.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen hielt Herbert Seckinger einen interessanten Bildrückblick, der beginnend in den sechziger Jahren das Vereinsgeschehen bis in die heutige Zeit in Erinnerung rief. Mit aufrichtigen Dankesworten des Vorsitzenden an alle Helfer wurde der Kolpinggedenktag in den Nachmittagsstunden mit Kaffee, Zopf und guten Gesprächen beendet.