K.o.-Tropfen auf Fasnet in Sulgen?
: Jetzt meldet sich der betroffene Hexenverein zu Wort

Seit Wochen finden zahlreiche Fasnetsevents in der Region statt. Dort wird gefeiert, getanzt und zum Teil ordentlich getrunken. Auch die Gefahr von K.o-Tropfen schwingt dabei mit. Die Polizei spricht auch von einem Fall auf einem Hexenball in Schramberg-Sulgen, der Veranstalter hingegen weiß von nichts. So laufen die Ermittlungen.
Von
Nina Rösler
Oberndorf
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Ein Nachweis, dass K.o.-Tropfen auf einer Veranstaltung in Sulgen im Umlauf waren, gibt es bisher nicht. (Symbolfoto)

dpa/Christian Thiele

Die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange – doch Innenminister Thomas Strobl mahnt die Narren zu Achtsamkeit bei Umzügen, Festen und auch an der Theke. Die Gefahr von K.o.-Tropfen sollte ernst genommen werden, die Fälle häufen sich – auch in der Region.

Nachdem die Polizei gegenüber unserer Redaktion einen Fall auf einer Fasnetsveranstaltung in Schramberg-Sulgen erwähnt hat, reagierte die betroffene Zunft entsetzt.

Patrick Guhl, zweiter Vorsitzender der Schorenhexen, erklärt gegenüber unserer Redaktion, dass ihnen nichts von einem derartigen Vorfall bekannt sei. Auch das zuständige DRK und das Security-Unternehmen hätten dem Veranstalter versichert, dass es am Abend des Schorenhexenballs keine Auffälligkeiten gegeben habe.

Was haben die Ermittlungen ergeben?

Laut Polizei wurde ein Fall zur Anzeige gebracht, der sich auf dem Schorenhexenball ereignet haben soll. Von Seiten der Polizei gab es deswegen bisher keine Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter, bestätigen sowohl das zuständige Polizeipräsidium als auch das Vorstandmitglied der Hexen gegenüber unserer Redaktion.

Doch was haben die Ermittlungen ergeben? Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich die Geschädigte erst zu einem späteren Zeitpunkt bei der Polizei gemeldet hat und ein möglicher Nachweis, dass der Frau auf der Veranstaltung K.o.-Tropfen verabreicht wurden, aufgrund des zeitlichen Verlaufs nicht mehr möglich sei, erklärt Nicole Minge, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz. „Die bislang geführten Ermittlungen ergaben keine konkreten Hinweise auf einen möglichen Täter oder die Beeinträchtigung der Frau durch K.o.-Tropfen“, teilt Minge mit.

Keine weiteren Fälle auf der Veranstaltung

So liegt laut Minge weder ein Nachweis – zum Beispiel durch Urin – vor, der belegt, dass hier betäubende Substanzen verabreicht wurden, noch kam es auf dem Schorenhexenball, auch aus Sicht der Polizei, zu ähnlichen Auffälligkeiten.

Wie geht es mit dem Fall nun weiter? „Der Vorgang wird demnächst gegen Unbekannt der Staatsanwaltschaft Rottweil vorgelegt werden, da wir leider keine weiteren Ermittlungsansätze haben“, erklärt die Pressesprecherin.

Auch dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, bei einem Verdacht, K.o.-Tropfen bekommen zu haben, schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich bei der Polizei zu melden. Der Faktor Zeit spielt hier eine große Rolle.

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