Kirche im Umbruch
: Schramberg bündelt Pfarrbüros

Ab Pfingsten wird zentralisiert: In Schramberg laufen künftig alle Aufgaben im Pfarrbüro St. Maria zusammen – ein sichtbares Zeichen des Wandels.
Von
red/zeg
Oberndorf
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Das Marienheim ist für die katholische Kirchengemeinde zu groß geworden.

Fritsche

Mit klaren Worten und anschaulichen Einblicken hat die Gemeindeversammlung die anstehenden Reformen in der Kirche in den Mittelpunkt gestellt.

Karin Pfaff, gewählte Vorsitzende, begrüßte zahlreiche Gemeindemitglieder sowie Gäste aus den Höhenstadtteilen und evangelische Mitchristen – ein Zeichen für das breite Interesse an den Entwicklungen.

Ein eigens gezeigter Film führte in das diözesane Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ ein, das die kirchliche Landschaft grundlegend verändern wird.

Das Pfarrhaus Heilig Geist steht zum Verkauf.

Foto: Fritsche

Statt derzeit über 1000 Kirchengemeinden sollen bis zum Jahr 2030 nur noch 50 bis 80 große Einheiten bestehen. Diese werden durch sogenannte Unionen gebildet, bei denen bestehende Gemeinden zusammengeführt und zentral verwaltet werden.

Ziel der Reform sei es, auf sinkende finanzielle und personelle Ressourcen zu reagieren und gleichzeitig die pastorale Arbeit zu stärken, heißt es in einer Mitteilung. Hauptamtliche und Ehrenamtliche sollen spürbar von Verwaltungsaufgaben entlastet werden, um sich stärker auf die Seelsorge konzentrieren zu können.

Stärkere Vernetzung

Trotz der Zusammenlegung sollen die bisherigen Gemeinden als „Kirchorte“ erhalten bleiben. Sie bleiben wichtige Anlaufstellen für das religiöse Leben vor Ort und bieten weiterhin Möglichkeiten zur Mitgestaltung – etwa in Kirchortausschüssen oder thematischen Arbeitsgruppen. Die Kirche setzt dabei auf eine stärkere Vernetzung und will näher an den Lebensrealitäten der Menschen bleiben.

Wie sich diese strukturellen Veränderungen bereits jetzt auswirken, zeigte Dekan Rüdiger Kocholl anhand der laufenden Sondierungsgespräche im Dekanat. Parallel dazu schreitet auch das Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“ voran.

So wurde bereits eine Immobilie in Lauterbach verkauft, und auch in Schramberg steht das leerstehende Pfarrhaus Heilig Geist vor der Veräußerung. Eine unmittelbare Konsequenz: Ab Pfingsten werden die Verwaltungsaufgaben im Pfarrbüro St. Maria gebündelt – es wird künftig die zentrale Anlaufstelle sein.

Auch beim Marienheim in der Marktstraße könnte es Veränderungen geben. „Das Marienheim ist mit über 600 Quadratmeter Fläche zu groß. Hier sind wir noch am überlegen, wie die zukünftige Nutzung aussehen soll“, erläutert Dekan Rüdiger Kocholl auf Anfrage unserer Redaktion. Es wäre beispielsweise denkbar, Kooperationen einzugehen, um die Räumlichkeiten gemeinsam zu nutzen.

Lebhafte Fragerunde

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung moderierte Thomas Herzog eine lebhafte Fragerunde. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und ihre Sicht auf die Veränderungen einzubringen. Dabei wurde deutlich: Die Reformen stoßen auf Interesse, aber auch auf Nachdenklichkeit und Gesprächsbedarf.

Nach rund einer Stunde schloss Karin Pfaff die Versammlung. Zurück bleibt der Eindruck eines tiefgreifenden Wandels, der die Kirche langfristig prägen wird – und der vor Ort aktiv mitgestaltet werden soll.

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