Jubiläum in Schramberg: Ein Dreirad, ein Abschied und ein Scheck

Bei der Scheckübergabe des Reparaturcafés Schramberg an den Förderverein der Peter-Meyer-Schule (von links): Barbara Olowinsky (Generationen- und Senioren-Forum), der scheidende Schulleiter Michael Kasper, Fördervereinsvorsitzende Simone Hangst, Juliane Kugler (Generationen- und Senioren-Forum) und der stellvertretende Schulleiter Nikolai Großhans mit Sohn.
Mark Finnern- Reparaturcafé Schramberg feierte zehn Jahre in der Peter-Meyer-Schule.
- Beispiel aus der Werkstatt: Ein Kettler-Dreirad wurde mit Holzklotz und Schiebestange angepasst.
- SEFO übergab 500 Euro an den Förderverein der Schule – Einsatz u. a. für Theaterfahrt.
- Rektor Michael Kasper wird im Sommer verabschiedet, die Kooperation soll weiterlaufen.
- Nächster Termin: Samstag, 1. August, 10 bis 13 Uhr, Annahmeschluss um 12.30 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Carola Rapp aus Mariazell ist am Samstagvormittag mit einem Dreirad in die Peter-Meyer-Schule gekommen, das schon zwei Leben hinter sich hat. Aus der Verschenkbörse hat sie es geholt, für ihren zweijährigen Enkel, dem das Treten noch nicht so recht gelingen mag. An das Kettler-Dreirad wollte sie eine Schiebestange – gefunden auf dem Sperrmüll, ursprünglich für ein anderes Kindergefährt gebaut. Und sie hatte eine genaue Vorstellung, wie das eine mit dem anderen verbunden werden sollte: mit einem kleinen Holzklotz, den sie gleich selbst mitgebracht hatte. Reparateur Sebastian Neudeck hätte lieber eine Halterung im 3D-Drucker gefertigt und montiert, doch die Kundin brachte ihre Lösung mit – und Neudeck setzte sie um.
Hilfe zur Selbsthilfe – so nennt das Reparaturcafé sein Grundprinzip. Bei Rapp lief es an diesem Vormittag in Reinform ab. Sie wolle nichts wegwerfen, was man noch gebrauchen könne, sagte sie – und freute sich, dass sie mit dem Kleinen jetzt wieder besser über die Bordsteine kommt.

Carola Rapp aus Mariazell und ihr wiederbelebtes Kettler-Dreirad – Verschenkbörse trifft Sperrmüll, zusammengehalten von einem Holzklötzchen.
Mark FinnernSolche Vormittage sind es, die das Reparaturcafé Schramberg seit rund zehn Jahren an dem Ort möglich macht, an dem es zu Hause ist: in der Peter-Meyer-Schule an der Graf-von-Bissingen-Straße.
An diesem Samstag stand nicht der Werkstattbetrieb allein im Vordergrund. Das Team des Reparaturcafés und des SEFO wollte Michael Kasper persönlich Danke sagen – dem Rektor der Peter-Meyer-Schule, der das Café ein Jahrzehnt lang als Gastgeber begleitet hat und zum Sommer in den Ruhestand geht. Die offizielle Verabschiedung durch die Stadt folgt später im Juli.
Kasper beschrieb die Beziehung zwischen Schule und Reparaturcafé als eine bei der beide Seiten voneinander profitieren. Nicht nur das Café habe von den Voraussetzungen der Schule profitiert – Klassenzimmer mit Werkbänken, kurze Wege, offene Atmosphäre. Auch die Schule habe umgekehrt Anschaffungen ermöglichen können, aus den Spenden, die im Café regelmäßig zusammenkommen.
Sichtbare Geste
An diesem Vormittag wurde daraus wieder eine sichtbare Geste: Juliane Kugler übergab im Namen des Generationen- und Senioren-Forums (SEFO), unter dessen Dach das Reparaturcafé arbeitet, einen Scheck über 500 Euro an den Förderverein der Peter-Meyer-Schule. Fördervereinsvorsitzende Simone Hangst nahm ihn gemeinsam mit Kasper entgegen.
Das Geld werde anteilig für die Theaterfahrt der Schule im Dezember ins Rottweiler Zimmertheater eingesetzt, teilte Kasper mit, außerdem unterstützend für Schullandheimfahrten und im Einzelfall für Familien in prekären Lebenslagen, denen so etwa Mensaessen oder Nachmittagsbetreuung überbrückt werden könne.
Stellvertretender Schulleiter Nikolai Großhans sicherte zu, dass die Zusammenarbeit auch nach dem Wechsel weitergeführt werde.
Humorvoller Schluss
Barbara Olowinsky, ebenfalls im SEFO aktiv, richtete persönliche Abschiedsworte an Kasper und las eine handgeschriebene Karte vor, die das SEFO-Team gemeinsam mit dem Team des Reparaturcafés unterzeichnet hatte. Zehn Jahre Gastfreundschaft im Hause der Peter-Meyer-Schule, hieß es darin – man sei von Anfang an bestens aufgenommen worden und habe alle Möglichkeiten bekommen, die eigenen Aktivitäten zu entfalten. Ein humorvoller Schluss ließ die Rollenverteilung für einen Moment tauschen: „Und wenn was zu Hause kaputtgeht, dann steht ja noch das Reparaturcafé …“
Für das Reparaturcafé geht der Alltag weiter: Am Samstag, 1. August, öffnet die Werkstatt wieder von 10 bis 13 Uhr in der Peter-Meyer-Schule, Annahmeschluss um 12.30 Uhr. Ob die Kuckucksuhr, die Kilian Moser aus der Dominikanischen Republik in seinem Handgepäck mitgebracht hat, dann wieder tickt, wird sich zeigen.