Historie Kolpingsfamilie Sulgen
: Furchtbare Kriegszeit und Neubeginn

Die Kolpingsfamilie Sulgen wird 100 Jahre alt. Wir beleuchten die Geschichte in einer Serie. Dieses Mal geht es um den Weltkrieg und danach die Wiederaufnahme der Aktivitäten.
Von
(red/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Einweihung vom Haus Marienberg 1954 durch Bischof Karl-Josef Leiprecht.

Archiv Hubert Haas

Der katastrophale irrsinnige Weltkrieg riss tiefe Wunden in die Kolpingsfamilie, wo zwölf durch den Soldatendienst ihr Leben verloren.

Hinterlassen wurden dann nach Kriegsende chaotische Zustände mit großer Hungersnot, die ausgezehrten Soldaten schmachteten in Gefangenlagern und Flüchtlingsströme erhöhten die Not.

Mit Präses Pfarrer Anton Herre wurde bereits im August 1946 mit 20 Mitgliedern der Neubeginn gewagt und die brennenden Probleme in Versammlungen aufgegriffen.

Freudig konnten dabei immer mehr Heimkehrer begrüßt werden. Beim silbernen Stiftungsfest 1950 mit dem neuen Präses Pfarrer Josef Schwerdtle, der von der Idee begeistert war und für seine Verdienste 1976 zum Ehrenpräses ernannt wurde, gab es bereits eine Handwerkerausstellung mit 33 Ausstellern aus 16 Berufe.

Kauf von Glocken

Die Anschaffung neuer Glocken 1950 wurde mit dem sehr gelungenen Theaterstück „Der Glockenguss zu Breslau“ vom Verein mit 1300 D-Mark unterstützt.

Die nächste große Aufgabe war der Bau des Hauses Marienberg, das dank vielseitiger Unterstützung von Kolpingssöhnen am 1. Mai 1954 eingeweiht werden konnte.

Intern hatte neben religiösen und geselligen Treffen die allgemeine und berufliche Bildung große Bedeutung, um Ausfälle durch den Krieg und Soldatendienst nachzuholen.

Die größte Aufgabe der Kirchengemeinde war der Bau der neuen Kirche mit ca. 2,6 Millionen D-Mark Baukosten.

Neben den Theateraufführungen ab 1962 war die Mithilfe bei Gemeindefesten, Altmaterialsammlungen, dem jährlichen Schlachtfest bis heute und anderen Aktionen sehr notwendig.

Als besonderer Beitrag hat 1967 die Kolpingsfamilie den Altar gestiftet, der 6550 D-Mark kostete.

Einrichtung des Stübles

1969 wird das eigene „Kolpingsstüble“ eingerichtet.

Als Treffsicher ins „Schwarze“ zeigten sich die Kolpingssöhne, zunächst beim Pokalschießen der Sulger Vereine durch den Pokalgewinn, dann durch Höchstleistungen in vielen späteren Jahren bei verschiedenen Schießwettbewerben, wo sie fast alle 1. Preise als Gruppensieger gewannen.

Das Jahr 1975 war vom 50-jährigen Jubiläum mit Veranstaltungen sowie einer ausführlichen Vereinschronik geprägt, sowie die Gründung einer Jungkolpinggruppe. 1976 wurde Pfarrer Willi Graf als neuer ebenfalls guter Präses begrüßt.

Seit 1981 werden die Weihnachtsgeschenke an jetzt über 300 betagte Gemeindemitglieder verteilt.

Ein neuer Lichtblick war zudem 1983 die Gründung einer Mädchengruppe.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Rottweil und Umgebung Montag bis Samstag im kompakten Überblick.