Gemeindeversammlung Waldmössingen
: Ist die Mitbestimmung in Gefahr?

Kirchengemeinden in der Seelsorgeeinheit Aichhalden äußern bei einem Treffen in Waldmössingen deutliche Bedenken zum geplanten Strukturprozess der Diözese.
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(red/pm)
Oberndorf
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Großes Interesse bei der Diskussionsveranstaltung im Gemeindehaus Waldmössingen

Seelsorgeeinheit

Der aktuell laufende Strukturprozess in der Diözese sieht laut Mitteilung eine weitreichende Neuordnung kirchlicher Strukturen bis spätestens 2030 vor.

Zur Informations- und Diskussionsveranstaltung im Waldmössinger Gemeindehaus erschienen mehr als 160 Kirchenmitglieder und brachten ihre Fragen, Sorgen und konstruktive Vorschläge ein.

Pfarrer Christian Albrecht stellte die von der Diözese geplanten Veränderungen auf Grundlage einer durch die Prozessteams bereitgestellten Präsentation vor. Anschließend bestand die Möglichkeit, Rückmeldungen zu geben und Kritik oder Forderungen zu formulieren.

Kirchenmitglieder der Seelsorgeeinheit Aichhalden kritisierten eine unzureichende Kommunikation seitens der Diözesanleitung und fordern eine deutliche Entschleunigung des Prozesses ein, um fundierte und verantwortliche Entscheidungen treffen zu können.

Hintergrund sei, dass viele zentrale Fragen, etwa zu Gottesdienststandorten, Gebäuden, Vermögensverwaltung, ehrenamtlicher Beteiligung oder zur Zukunft des pastoralen Personals weiterhin ungeklärt seien. Eine Aussage dazu lautete deshalb: „Es kann nicht sein, dass wir über Strukturen abstimmen sollen, ohne zu wissen, wie unser kirchliches Leben künftig konkret aussehen soll.“

In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass die Menschen sich stark mit den örtlichen Strukturen, mit Kirchen, Chören, Gruppen, Traditionen und sozialen Angeboten identifizieren.

Aktuelle Befürchtungen

Das kirchliche Leben vor Ort hat demnach eine hohe Bedeutung inne. Viele Gemeindemitglieder befürchten, dass durch großräumige Zusammenschlüsse gewachsene Strukturen verloren gehen, lokale Gottesdienste reduziert werden, Engagement vor Ort geschwächt wird und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft leidet. Den Kirchenmitgliedern ist es demnach wichtig zu betonen, dass lebendiges kirchliches Leben örtliche Präsenz benötigt, was auch künftig gelte.

Besondere Sorge bereitet den Mitgliedern die Aussicht, dass im Rahmen der Strukturreform Vermögenshoheit und Entscheidungsrechte den künftigen Kirchorten genommen werden könnten.

Dazu hieß es etwa: „Viele Menschen unterstützen unsere Kirche, weil sie wissen, dass ihr Beitrag vor Ort bleibt. Dieses Vertrauen darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.“

Auch hinsichtlich der Zukunft kirchlicher Gebäude, wie Kirchen, Gemeindezentren oder soziale Einrichtungen, sehen die Gemeinden erheblichen Klärungsbedarf. Sie fordern klare Zusagen, dass weiterhin Mitbestimmungsrechte bestehen.

Wachsende Sorgen

Durch den zunehmenden Priestermangel und fehlendes pastorales Personal wächst die Sorge, dass grundlegende kirchliche Dienste künftig nur noch eingeschränkt möglich sind. Die Diözese setzt verstärkt auf ehrenamtliche Dienste – die Engagierten vor Ort warnen jedoch davor, diese Strukturen zu überlasten.

Trotz aller Kritik zeigten die Gemeindemitglieder in der Seelsorgeeinheit Aichhalden hohe Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. Viele betonten, dass sie weiterhin Verantwortung übernehmen möchten – sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen.

Zum Abschluss betonen Vertreter der Versammlung: „Wir sind bereit, konstruktiv an einer zukunftsfähigen Kirche mitzuwirken. Doch wir erwarten, dass die Menschen vor Ort ernst genommen werden und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“

Die Gemeinden in der Seelsorgeeinheit Aichhalden werden den Prozess weiterhin aufmerksam begleiten, ihre Anliegen deutlich vorbringen und über die Ergebnisse regelmäßig informieren.

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