Foto-Gilde Schramberg: Blick auf „Lost Places“ und das Vereinsleben

Bruno Suschinski und Martin Lauble vor Lieblingsbildern in der Ausstellung im Schloss.
ZiechausNeben der meist auf den Punkt scharfen Gestaltung ihrer „Liebhaberfotografie“ können sich einige Mitglieder auch für eine bewegte Lichtmalerei in „Lost Places“ begeistern und dokumentieren die Arbeit anderer.
Seit 1981 hat die Foto-Gilde auch eine Film-Gilde nach dem Schmalfilmer Kurt Hafner. Martin Lauble kann seine Verbundenheit mit der Fotografie gar nicht leugnen und brachte sie ins Laufen mit seiner filmischen Dokumentation zum aktuellen Jubiläum „100 Jahre Foto Kasenbacher“.
Die Zeitreise durch die Stadtgeschichte mit Porträts von Einwohnern und Ansichtskarten von Gründer Franz Kasenbacher, seinem Sohn Karl und den Enkeln Annette und Martin weckte bei einigen Zuschauern ihre Erinnerungen in Schwarz-Weiß und Farbe. Im Interview warf Annette Kasenbacher ein paar Schlaglichter auf den Alltag von Fotografen in Zeiten von schussbereiten Smartphones in jeder Hosentasche. Vorsitzender Bruno Suschinski hatte kürzlich nüchtern festgestellt, „die beste Kamera ist die, die man dabeihat“.
Blick auf verlassene Orte
In einem zweiten Film warf Martin Lauble seinen Blick auf verlassene Orte in Schramberg. Die Villa Junghans sei nur „für den Moment verlassen“, das Juwel im Park der Zeiten werde hoffentlich schnell wieder belebt. Auch das hundert Jahre alte Lichtspielhaus mitten in Schramberg will ein Verein nicht dem Verfall überlassen.
Für das ganz große Kino werden wohl nicht mehr die fünf Filmrollen für einen Film in Gang gesetzt, von denen der Sohn Wolfgang Merk des ehemaligen Vorführers Otto Merk berichtete.
Für den Freundeskreis sprach Carsten Kohlmann erste Ideen an, wie das ehemals strahlend weiße Gebäude im Bauhausstil wieder belebt werden könnte.
Szenen aus dem Vereinsleben
Seine Chronik der Foto-Gilde zeigte Martin Lauble in einigen Szenen aus dem Vereinsleben von Reiseberichten in ferne Länder und vier Mann in einem Boot auf Flusstour in Südfrankreich bis zu den Kapitänen bei der Bach-na-Fahrt in Schramberg. Nach den Skulpturen von Bildhauer Peter Lenk schwenkte die Kamera von der Plaza in Siena auf den Schnee der Zugspitze. In seinem Film brennt die erste Kerze auf dem Adventskranz im Clubraum der Foto-Gilde.
Diese eher wahllose Aufzählung von Ereignissen erinnerte allerdings auch an frühe Diaabende mit Urlaubsbildern bei anregenden Salzstangen und Nüssen.