Fasnet in Schramberg: In manchen Wintern kommt nur noch Bofrost

Impressionen vom Gesellenball.
KiolbassaNotwendig für eine gute Reisevorbereitung ist ein Besuch im Reisebüro „zur Hoorig Katz’.“ Der völlig gechillte und bewusstseinserweiternde Mittel rauchende Mitarbeiter (Matthias Krause) organisierte den drei urlaubsreifen Besuchern (Moritz Ragg – kess und hübsch anzusehen als „Liesl“, Marius Schneider und Max Wild) einen Kurztrip und schickte sie spontan auf die Schramberg
er Fasnet in den Bärensaal. Erster Stopp dieser abwechslungsreichen Reiseroute war Mexiko. Die drei singenden Mexikaner (Stefan Rohrer, Gebhard Pfaff und Thomas Neff) berichteten den Reisenden von klimatischen Veränderungen und verkündeten euphorisch: „Ohohoho Viva La Mexicó“.
Hüften geschwungen
„Noch niemals in den Bergen nüchtern unterwegs“ war das Männerballett. In knallig pinken Reiseoutfits mit coolen Caps hüpften sie über die Bühne und schwangen selbstbewusst ihre Hüften – zur Freude des Publikums.
Einen verlorenen Koffer an der Gepäckrückgabe fanden Franziska Wild und Lea Proß. Was nun damit tun? Kurzerhand öffneten die beiden neugierig den Koffer und siehe da: eine Perücke und eine Flasche Bier mit der Aufschrift „altersentsprechend“ – der gehört wohl Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr oder einem Elferrat.
Hoch oben auf einer Leiter thronend führte ReiseLEITER Dietmar Gebert seine Gäste durch eine mit Wortwitzen aller Art gespickte Büttenrede. Zuerst stellte er den Touristen die wichtigsten Gruppierungen der Schramberger Fasnet vor: Elferrat, Gemeinderat, Stadtverwaltung. Er berichtete von viel zu warmen Wintern, „in manchen Gegenden kommt nur noch der Bofrost.“ Und erklärte, was nach Fridays for Future komme, nämlich Wochenende.
Wissen getestet
Auch über die großen Politiker dieser Zeit hatte er etwas zu erzählen: „So viel wie der Scholz vergessen hat, hat der Kühnert noch nie gewusst.“ Beim Länderraten konnten die Gäste ihr Wissen in Geographie testen. Dietmar Gebert zeigte kleine, aufgemalte Bildchen, die in Verbindung den Namen eines Landes ergaben. Das wilde Rätselraten im Saal konnte beginnen.
Eine besondere Art von Fäkalienhumor spickte die Nummer der Gregorianik Schola mit Matthias Veith, Mathias Kunst, Stefan Wild, Gebhard Pfaff, Joe Rohrer und Klaus Moosmann. Dafür hatten die Männer eigens eine Zug-Klokabine zusammengezimmert. Mit viel Humor bewiesen sie, wie unterschiedlich die Gäste in so einem Zugabteil sein können und dass dann zuletzt doch alle dasselbe Bedürfnis haben. Mit ihren dunklen und intensiven Stimmen gaben sie dem Song „Völlig losgelöst“ eine ganz besondere Note.
Glückliche Gewinner
Moritz Ragg und Matthias Krause verlosten beim beliebten Schramberger Glücksspiel „Dreh das Rad“ einen Kurztrip. Der glückliche Gewinner konnte sich auf eine Ballonfahrt freuen – in einer Schubkarre.
Hoch hinauf ging es auch mit dem Mädelsballett. Die Stewardessen wiesen ihre Reisegäste zunächst in die Sicherheitsvorkehrungen ein, dann wurde es wild auf der Bühne. Gemeinsam bereiste das Flugzeug der „Hoorig“-Airline Brasilien, Mexiko, Indien, Russland und Italien, bevor wieder die Heimreise angetreten wurde. Wie anstrengend es für Frauen sein kann, bewiesen Matthias Veith und Joe Rohrer als Dame von Welt und Bauersfrau mit einer urkomischen Darbietung, die das Publikum mehrfach zum Lachen brachte.
Nicht doppelt, sondern dreifach sahen die Gäste den altbekannten Nachtwächter in diesem Jahr auf der Bühne. Denn gleich zweimal wurde Joe Rohrer von einem streunenden singenden Mexikaner unterbrochen. Die beiden schlossen sich dem Nachtwächter kurzerhand an und erzählten gemeinsam von den Tücken und Herausforderungen der aktuellen politischen Lage, denn die „Ampel ist grün“. Auch die „Alice von der AfD“ und ihre „radikale Einstellung“ waren ein großes Thema: „Es tut weh, denn ich seh’, den Erfolg der AfD mit Alice“ sangen sie traurig. Doch zum Schluss gab es doch noch einen Lichtblick: „Und am Ende sitzen wir da und schicken, ihr wisst es ja, die Seckel nach Amerika“.
Eine Zeitreise
Mit Max Wild und Marius Schneider reisten die Gäste ein Stück zurück in der Zeit. Plötzlich stürmten große orangene Dinos den Saal, verfolgt von einem Neandertaler mit Speer. Die Bubennummer sorgte für viele Lacher im Publikum, so komisch sahen sie beim Tanzen mit ihren viel zu großen Beinen, den kleinen Armen und den aufgeblasenen in der Luft wippenden Köpfen aus. Zum Abschluss betraten noch einmal alle Akteure die Bühne, schwenkten kleine Fähnchen mit Länderflaggen und verabschiedeten sich fürs Kommen von ihrer Reisegruppe.