Fasnet in Schramberg
: Das war bei der Nacht der Schnupfelfinger geboten

Bereits bevor das kleine Örtchen Schnupfelfingen seine Tore in der Szene 64 öffnete, kamen noch schlaflos Umgetriebene herbei, um die letzten Eintrittskarten zu ergattern.
Von
Annika Benner
Oberndorf
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Gesang, Witz und Musik waren Trumpf an diesem Abend.

Benner

Conférencier Thomas Kuhner durfte folglich nahezu ganz Schnupfelfingen im Saal begrüßen. So auch Gäste der Partnerstädte Schramberg: Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und aus Lachen in der Schweiz Emil Wodli und Daniel Heinrich. Sogar aus Wolterdingen und dem Remstal kam Besuch. Da der Papst krankheitsbedingt verhindert war, kam aus Rom anderer Besuch in Person von Pfarrer Michael Jonas angereist. Nur wenige neue Gesichter waren dabei. Doch keine Panik – seit 2008 stellt Ikone „Hans“ das Brauchtum um den ersten Schogadatscher vor.

Die Liebe zum Detail blieb wie immer unübertroffen. So fungierte der Eintrittsschlüssel zum Saal gleichzeitig als Flaschenöffner.

Bereits zum zweiten Mal hatte sich Schnupfelfingen Yasmin Hettich für einen Poetry Slam gesichert. Unter der Überschrift „Escape the Date“ bemühte sie sich zur fünften Jahreszeit um das andere Geschlecht. Doch galt stets „Er kam er sah, er fiel durch den Test, so halten wir fest, ein Satz mit X der Narr war wohl nix.“

Stachel im Fleisch

Bei der Presseschau waren die Schnogedatscher wieder der Stachel im Fleisch der Stadtverwaltung. Sie beleuchteten strategische Lücken, Entwicklungspotential, ungeklärte Verbrechen oder kuriose Verwechslungen, lobten aber auch die Content Creatorin Nr. 1, Oberbürgermeisterin Eisenlohr, die Schramberg in die Welt hinausträgt. Etwa beim Belastungstest zur Spielplatzeinweihung. Dabei ist das Motto „Escape the City“ bei so viel Stau Stadt ab Stadt auf nicht leicht umzusetzen.

Es folgte die Gesangseinlage einer Schnoge mit besonderer Summfrequenz – Katrin Mayer sang mit Jürgen Kern „Ich war noch niemals in Schramberg.“

Das Zunftballett musste leider mit einer Artgenossin (Bea) weniger auskommen, die sich den Flügel gebrochen hatte. Die übrigen Plagegeister Ina Bischof, Ines Faller-Langeneck und Katrin Mayer waren in ihrem Element umso fokussierter und wollten wissen, „Hab ich dich schon gebissen?“

Sehr viel gemütlicher wurde es für die Eventtouristen mit dem Gesang von Sophie Kußberger. Das Angebot „Sei hier Gast“ verführte nicht nur die Oberbürgemeisterin der Partnerstadt, die die Gastfreundschaft der Schnupfelfinger offenbar schon ausgiebig genossen hatte.

Gutes Marketing für die Schnupfelfinger Hotellerie war auch mit Kuhners Loopstation zu machen. Live wurde der Eurodance-Song „Sweet Dreams“ zusammengebastelt. Weniger gut zu vermarkten waren jedoch die Eckdaten in der Partnerstadt Schramberg: „Villa Junghans dicht, Zahlen lügen nicht!“

Influencer benötigt

Doch wer heutzutage Reichweite will, braucht Influencer. Torsten Hettich, Tobias Mettmann, und Michael Günter ließen sich das nicht zwei Mal sagen und machten sich als Content Creators um die Touristikbranche des schönen Dorfs am Rhein bemüht. Ihre Vorstellungen von Action, Night Life und Relaxen ernteten dabei nicht nur Lob. Das Einzige, was Hater „Autan66“ den Local Guides neidlos anerkennen musste – Die Stimmung beim Schnupfelfinger Ball ist nicht zu toppen.

Auch Brauchtum kann nicht ohne Merchandise. Im Geiste des 100-jährigen Jubiläums des Hansels in der Partnerstadt wurde deshalb eine dritte offizielle Postkarte für Schnupfelfingen gestaltet, die beide Zünfte würdigt. Zunftarchivar Carsten Kohlmann stellte die künstlerische Kooperation von Rolf Foscher und Franz Xaver Bucher vor, die zunächst im Saal und später um die Welt gehen soll.

Zum Ende des üppigen Programms wurde noch über eine Stunde mit den Super Marios und Luigis der Happy Hiasl Band gefeiert. Doch damit nicht genug, danach setzten schwäbische Teigwaren in Vollendung, die zunfteigenen „Mauldäschle“ die Sause fort.

Wie Kuhner eingangs bemerkte, war das herausragend Programm aus der Summe seiner Vorgängerveranstaltungen gewachsen, dass die Karten zum mittlerweile 16. Ball in Rekordzeit ausverkauft waren, sprach für sich – es war wieder einmal eine gute Nacht in und für Schnupfelfingen. Dank dafür war den Organisatoren und Mitwirkenden sicher.

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