Eisenbahnmuseum Schwarzwald in Schramberg: Was ein Göppinger Hotel mit Schramberg verbindet

Eine Szene des neuen Modells „Stadt“ im Eisenbahnmuseum Schwarzwald ist fast fertig. In der nächsten Woche soll auch noch der Hang im Vordergrund mit Gras versehen werden. Im Hintergrund links befindet sich das Modell des Göppinger Apostel-Hotels.
WegnerEigentlich entspringen die meisten Gebäude, die auf den Anlagen im Eisenbahnmuseum Schwarzwald in der Schramberger H.A.U. zu finden sind, der Fantasie. Nur wenige genaue Gebäudenachbildungen gibt es nämlich im Maßstab 1:22,5 von der Stange zu kaufen – mit Ausnahme von Bahnhöfen im Unterengadin, die sich im Original nur in der Farbgebung unterscheiden.
Und so sind die Gebäude des neuen Teils in einer städtischen Szene, die meist mit vorhandenen Vorbildteilen neu und passend zusammengesetzt wurden, auch so eigentlich nirgends gleich zu sehen.
Ein reales Vorbild allerdings gibt es in diesem Ensemble: Das frühere Apostel-Hotel in Göppingen, der Heimat des Modellbahnherstellers Märklin. Und dies so erzählt Museumsleiter und Sammler Michael Herberger künftig auch bei Führungen, liegt an einer besonderen Beziehung zum Eisenbahnmuseum und einem Mitglied der Interessengemeinschaft Spur II.
Historische Sammlung
Eine große Vitrine neben der bestehenden Anlage ist nämlich den früheren Märklin-Modellen der Spur 0 gewidmet. Und diese kamen auf interessante Weise nach Schramberg.
So hat der Leihgeber, der heutige 88-jährige Jörg Pfeifle, der in Stuttgart lebt, die einst fabrikneuen Modelle in bestem Zustand nach Schramberg gebracht. Aber das ist eigentlich nicht das Besondere, sondern wie der Vater von Jörg Pfeifle an die tollen damaligen Spielzeuge kam.
Die Zeche beglichen
Herberger erzählt, dass der Vater des Leihgebers eben einst das Apostel-Hotel in Göppingen (heute Apostel Hof / Holiday Inn Express) betrieben hat. Und bei ihm habe immer wieder ein durstiger Märklin-Chef eingekehrt, der seine Rechnung lieber in Eisenbahn-Lokomotiven, Schienen und Waggons beglichen habe, anstelle mit Geld.
Nach Schramberg gebracht
Und nachdem jetzt diese Preziosen in Schramberg zu sehen sind, gab es quasi als Verbindung zur alten Heimat Göppingen ein Modell des Hotels, das erst diese große Sammlung ermöglichte, als Erinnerungsstück.
Aber nicht nur das ansonsten eher unscheinbare Hotel ist ein besonderes Stück der neuen Anlage, an der Herberger und seine Freunde seit mehreren Jahren bauen, sondern auch die große Bahnhofshalle auf der gegenüberliegenden Seite, die demnächst in der Bauphase ein Stück weiter sein dürfte.
1600 Blechstreifen
Nachdem zu Beginn aufgrund der Alukonstruktion länger hinsichtlich der Haltbarkeit der Klebeverbindungen des Unikats getüftelt worden war. sind mittlerweile alle 1600 Blechstreifen, die das Metalldach abbilden befestigt.
Das Lackieren steht an
„Demnächst soll lackiert werden“, sagt Herberger und freut sich, dass die Anlage so langsam nicht nur im technischen, sondern auch gestalterischen Bereich ihre Form annimmt.
Info
Das Eisenbahnmuseum Schwarzwald in Schramberg
in den Räumen der ehemaligen H.A.U. ist im Winterhalbjahr (1. November bis 14. März) dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, im Sommerhalbjahr vom 15. März bis 31. Oktober eine Stunde länger bis 18 Uhr.