Drei Standorte in Schramberg: Mehr Hilfesuchende, mehr Aufmerksamkeit

Von links: Julia Merz (Abteilungsleiterin JUKS³), Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Dorothee Golm (städtischer Frauenbeirat und Frauen helfen Frauen + Auswege e.V.), Stadträtin Tanja Witkowski (ebenfalls Mitglied im städtischen Frauenbeirat)
Stadt Schramberg- Schramberg setzt mit roten Bänken „Kein Platz für Gewalt“ sichtbare Zeichen im Stadtgebiet.
- Standorte: Rathausplatz Talstadt, Haltestelle Dorfweiher Tennenbronn, Haltestelle Rose Sulgen.
- QR-Codes an den Bänken verweisen auf Infos und Hilfe – Initiative von Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V.
- Stadt nutzte vorhandene gelbe Holzbänke, lackierte sie rot und ergänzte den Schriftzug.
- Beratungszahlen 2025: 425 Fälle häuslicher Gewalt u. Notlagen, 110 bei sexualisierter Gewalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die roten Bänke mit der Aufschrift „Kein Platz für Gewalt“ fallen im Schramberger Stadtgebiet ins Auge. Sie machen im öffentlichen Raum auf häusliche und sexualisierte Gewalt aufmerksam, insbesondere auf Gewalt gegen Frauen. Zugleich ist die Botschaft laut Mitteilung der Stadt bewusst offen formuliert: Gewalt hat in Schramberg keinen Platz, unabhängig davon, wen sie trifft.
In der Talstadt, Sulgen und Tennenbronn
Die Bänke stehen am hinteren Rathausplatz in der Talstadt, an der Bushaltestelle am Dorfweiher in Tennenbronn und in Sulgen bei der Haltestelle Rose. Der städtische Bauhof lackierte die bestehenden Holzbänke rot, brachte den Schriftzug an und stellte sie auf. Kürzlich wurden an die Bänke kleine Infotafeln mit QR-Code angebracht. Der QR-Code führt zu weiteren Informationen und Hilfsangeboten.
Die ursprüngliche Initiative stammt von der Fachberatungsstelle Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V., die für den gesamten Landkreis Rottweil zuständig ist. Am 16. Juli 2025 stand die erste rote Bank in Rottweil am Kapuziner. Mittlerweile gibt es im Landkreis Rottweil elf solcher Bänke.
In Schramberg griff der städtische Frauenbeirat die Idee auf. Dorothee Golm, Vorsitzende des Frauenbeirats und Geschäftsleiterin von Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V., trat damit an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr heran. Diese unterstützte die Aktion gerne. Schramberg ging dabei einen eigenen Weg: Statt neue Bänke aufzustellen, funktionierte die Stadt die vorhandenen gelben Holzbänke, die bereits zum Stadtbild gehören, um.
„Die roten Bänke rücken ins Bewusstsein, was viel zu oft im Verborgenen bleibt. Sie machen Mut, den Mund aufzumachen und Hilfe zu suchen oder anzubieten. Bei Gewalt sollte gelten: null Toleranz“, sagt Eisenlohr.
Beratung bleibt wichtig
Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V. beriet im Jahr 2025 zu häuslicher Gewalt und weiteren Notlagen 425 Mal, darunter 182 Erstberatungen. Die Fachberatung bei sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch, verzeichnete 110 Beratungen, darunter 41 Erstberatungen. „In allen Bereichen steigt die Tendenz.“
„Wir danken der Stadt Schramberg für diese Unterstützung für die roten Bänke, für die Möglichkeit, die Räume des JUKS³ für die regelmäßige Außensprechstunde nutzen zu können und auch für den finanziellen Zuschuss. Das ist in Zeiten knapper Kassen nicht selbstverständlich“, sagt Dorothee Golm, Vorsitzende des städtischen Frauenbeirats und Geschäftsleitung von Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V.