Diskusssion um Mobilfunkstandort: Waldmössinger Bürgerinitiative will Dialog mit Telekom

Die Telekom beharrt zur Verbesserung des Mobilfunknetzes in der Ortsmitte auf den Standort unweit der Kastellhalle. Anlieger befürchten dadurch gesundheitliche Risiken.
WegnerAufgrund dessen fordert die Bürgerinitiative die Deutsche Telekom eindringlich zur Wiederaufnahme eines transparenten und ergebnisoffenen Dialogs auf. Das teilt sie in einer Pressemitteilung mit.
Hintergrund ist die von der Telekom geplante Errichtung eines Mobilfunkmasts an der Kastellhalle in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung – „ohne frühzeitige Einbindung der Bevölkerung und trotz technischer Alternativen“, so die Bürgerinitiative.
Die Initiative, die von mehr als 90 Prozent der Anwohner im Umkreis von 500 Metern unterstützende Unterschriften bekommen hat, betont: Es gehe nicht um die Ablehnung von Mobilfunk, sondern um eine verantwortungsvolle Standortwahl.
Die Versorgungssicherheit werde ausdrücklich begrüßt – doch die Nähe zur Wohnbebauung sei weder technisch notwendig noch gesellschaftlich akzeptabel.
Bürgerinitiative will mit Telekom verhandeln
„Wir wollen mit der Telekom zurück an den Verhandlungstisch. Eine Verbesserung der Versorgung darf nicht gegen die Menschen erfolgen, sondern mit ihnen, vor allem wenn es Lösungen gibt, die die Bedürfnisse aller Bürger vereinen“, heißt es in der Stellungnahme.
Die Bürgerinitiative kritisiert, dass der aktuelle Standort ohne Bürgerbeteiligung festgelegt wurde. Der ursprünglich genehmigte Standort an der Kirchberghalle wurde verworfen – dennoch wurde der neue Standort erst im März 2025 öffentlich bekannt gegeben, als der Pachtvertrag bereits unterzeichnet war.
Vorschläge aus der Bevölkerung wurden ignoriert, ein unabhängiger Experte wurde nicht zur Sitzung zugelassen. Der Ortsvorsteher ließ in der Ortschaftsratssitzung keine kontroverse Diskussion zu – kritische Stimmen blieben laut Mitteilung unberücksichtigt.
Die Telekom beruft sich auf die Notwendigkeit, den Mast nahe an der Wohnbebauung zu errichten. Die Initiative widerspricht: Die beantragten Frequenzen (700 bis 2100 MHz) erlauben Reichweiten von mehreren Kilometern. Ein Standort mit mindestens 500 Metern Abstand sei technisch problemlos möglich und gesundheitlich vorzuziehen. Ein unabhängiges Gutachten belegt der Initiative zufolge zudem, dass Alternativstandorte – etwa zwischen Waldmössingen und Winzeln – wirtschaftlich, landschaftlich und gesundheitlich sinnvoller wären. Das komplette Gutachten ist auf der Internetseite www.mobilfunk-waldmoessingen.de einsehbar.
Die Bürgerinitiative fordert die Telekom auf, sich nicht länger auf veraltete Beschlusslagen zu berufen, sondern die veränderte Haltung in der Gemeinde ernst zu nehmen.
Übermittlung eines Fragenkatalogs ist erfolgt
Ein umfangreicher Fragenkatalog wurde übermittelt – unter anderem zur Bewertung des Gutachtens, zur Ablehnung von Alternativvorschlägen und zur Diskrepanz zwischen genehmigtem und geplantem Standort.
„Die Telekom soll erklären, warum Alternativen nicht geprüft werden und warum der ergebnisoffene Dialog mit der Bevölkerung verweigert wird.“
Die Bürgerinitiative kündigt an, weiterhin für eine Lösung zu einzustehen, die Versorgungssicherheit, Gesundheitsschutz und Gemeindefrieden gleichermaßen berücksichtigt. Die Telekom wird aufgefordert, den Dialog ernsthaft und ergebnisoffen wieder aufzunehmen – im Sinne einer gemeinsamen und nachhaltigen Lösung.