Berufliche Schulen Schramberg-Sulgen: Zwei Wege, ein gemeinsames Ziel

32 Absolventen erhielten ihr Zeugnis der Fachhochschulreife.
Berufliche Schulen- 32 Absolventen der BK2 und 1BKFH an den Beruflichen Schulen Schramberg verabschiedet.
- Beide Bildungsgänge in Wirtschaft und Technik angeboten, Zeugnisse feierlich überreicht.
- 1BKFH schloss stark ab: elf von zwölf bestanden, Notenschnitt 1,7.
- BK2 tendiert zur Ausbildung, 1BKFH mehrheitlich zum Studium – Pläne reichen bis Technik.
- Porträt Rayan Ali: vom Sprachkurs bis zur FH-Reife, Ziel Bauingenieurwesen, Praktikum gesucht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An den Beruflichen Schulen Schramberg wurden kürzlich 32 Absolventen des Berufskollegs 2 (BK2) sowie des einjährigen Berufskollegs Fachhochschulreife (1BKFH) feierlich verabschiedet. Musikalisch würdevoll umrahmt von der Lehrerband, blickten Schulleiter Axel Rombach und Klassenlehrer Jörg Wiesemann auf zwei intensive Schuljahre zurück, die für die jungen Absolventen nun in neue Lebensabschnitte münden.
Beide Schularten werden an der Schramberger Schule in den Profilen Wirtschaft und Technik angeboten – konkret als einjähriges Berufskolleg 2 Wirtschaft (1BK2W) und Technik (1BK2T) sowie als einjähriges Berufskolleg Fachhochschulreife Wirtschaft (1BKFHW) und Technik (1BKFHT). In seiner Ansprache erinnerte Rombach daran, welch anspruchsvollen Weg die Absolventinnen und Absolventen in zwei bzw. einem Jahr hinter sich gebracht haben.
Dank der Schüler
Besonders bemerkenswert war laut Mittelung die Bilanz des 1BKFH: Von zwölf Schülern, die vor einem Jahr nach ihrer Ausbildung noch einmal die Schulbank drückten, um die Fachhochschulreife zu erwerben, schlossen elf erfolgreich ab – mit einem herausragenden Notendurchschnitt von 1,7.
Im Rahmen der Feier bedankten sich die Schüler beider Klassen bei ihren Lehrkräften für die Begleitung und Geduld der vergangenen Jahre. Anschließend überreichten Schulleiter und Klassenlehrer die Zeugnisse. Bei der Übergabe erkundigte sich Rombach nach den weiteren Plänen der jungen Absolventen und erhielt Antworten aus ganz unterschiedlichen Richtungen: von der Ausbildung zur Industriekauffrau oder zum Floristen über ein Studium der Wirtschaftspsychologie oder International Business bis hin zu technischen und elektronischen Studiengängen. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Während die Absolventinnen und Absolventen des 1BKFH mehrheitlich ein Studium aufnehmen, entscheiden sich die des BK2 überwiegend für eine Ausbildung.
Für einen heiteren Ausklang sorgte die Klasse 1BK2 mit einem selbst produzierten Rückblicksvideo voller launiger Momente aus dem gemeinsamen Schulalltag. Bei einem abschließenden Umtrunk ließen Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Gäste die gelungene Feier gemeinsam ausklingen.
Wer sich für das kommende Schuljahr für eines der beiden Berufskollegs interessiert, kann sich noch anmelden. Weitere Informationen zu den Anmeldemodalitäten finden Interessierte auf der Homepage der Beruflichen Schulen.
Erfolgreiche Absolventen Berufskolleg mit FH-Reife:
1BK2T: Rayan Ali, Schramberg (Lob); Jamie Callard, Königsfeld; Marcel Huber, Schramberg; Marvin Matt, Dunningen; Tyler-Joel Mauritz, Aichhalden; Fabian Seifried de la Vega, Dunningen; Amelie Weigold, Aichhalden (Lob)
1BK2W1: Lilav Ali, Schramberg; Ryan Astley, Eschbronn (Preis); Jana Bendigkeit, Schramberg; Lea Blust, Königsfeld im Schwarzwald (Preis); Jasin Demiri, Schramberg; Leon Haak, Bösingen; Linda Hils, Eschbronn; Daniel-Vasile Isar, Schramberg; Jana Jazuk, Rottweil; Noelle Jurk, Wellendingen; Noa Marcius, Schramberg; Timea Pfeifer, Bösingen (Lob); Fabrizio Schuler, Schramberg (Preis); Ibrahim Zoroglu, Schramberg
1BKFH(Technik): Robin Haas, Wolfach (Preis); Jannis Lauble, Hardt (Preis); Matteo Mauch, Dunningen (Preis); Eric Müller, Bösingen (Preis); David Zelenika, Bösingen.
1BKFH (Wirtschaft): Ronja Braun, Eschbronn (Preis); Lara Carina Hils, Königsfeld; Elias Kunz, Lauterbach (Preis); Leni Laufer, Hardt (Preis); Lennart Ohnmacht, Bösingen (Lob); Matthias Scherdi, Villingendorf.
Für die beste Leistung im Fach „Wirtschaft“ überreichte Tim Reinke den Wirtschaftspreis der Kreissparkasse Rottweil an Lea Blust (1BK2W).
Den Förderpreis des Fördervereins der Beruflichen Schulen für die beste Gesamtleistung
im Profil Wirtschaft erhielt Leni Laufer (BKFHW) und im Profil Technik ging der Preis an Robin Haas (BKFHT).
Vom Ankommen zum Abschluss: Rayan Alis besonderer Weg
Unter den Absolventen des 1BK2T ragte in diesem Jahr eine Geschichte besonders heraus: die von Rayan Ali aus Schramberg, der die Fachhochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 2,1 erwarb. Vor fünf Jahren kam er im Alter von 16 Jahren als kurdischer Flüchtling aus dem Irak nach Deutschland und besuchte zunächst eine Klasse zum Erlernen der deutschen Sprache. Es folgten zwei Jahre an der Berufsfachschule Metalltechnik, die er mit der Fachschulreife abschloss, und schließlich zwei weitere Jahre am Berufskolleg Technik, das er nun mit der Fachhochschulreife erfolgreich beendete.
Rayan Alis Ziel ist ein Studium des Bauingenieurwesens. Dafür benötigt er noch einen Praktikumsbetrieb, der als Zulassungsvoraussetzung für das Studium gilt. Trotz mehrerer Bewerbungen hat er bislang keinen Platz gefunden, gibt seine Hoffnung darauf, seinen Weg weitergehen zu können, aber nicht auf. Zur Verabschiedung waren seine Eltern und seine kleine Schwester gekommen und freuten sich sichtlich mit ihm über den erfolgreichen Abschluss.
Auch sein Fachlehrer Marco Cramer, der Rayan Ali im Fach Deutsch unterrichtet und begleitet hat, zeigte sich sichtlich stolz auf seinen Schüler. Dazu erklärte er:
„Seine sprachlichen Fähigkeiten, sein Durchhaltevermögen und sein Ehrgeiz auf diesem langen Weg sind als herausragend und beispiellos zu bezeichnen. Des Weiteren lobe ich Herrn Alis soziales Engagement – während seiner Schulzeit war er immer wieder verlässlich und uneigennützig als Übersetzer auf Elternabenden und Informationsveranstaltungen meiner Integrationsklassen tätig und gilt für diese Schüler als Hoffnungsträger und Vorbild.“
Rayan Alis Weg vom Ankommen in einer fremden Sprache bis zur Fachhochschulreife steht laut Mitteilung damit stellvertretend für das, was Leistung und Durchhaltevermögen möglich machen können – und für die Rolle, die Schule dabei spielen kann, jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft eine echte Perspektive zu eröffnen.

Fachlehrer Marco Cramer (rechts) überreicht seinem Schüler Rayan Ali das Zeugnis der Fachhochschulreife
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