Alte Fabrik in Schramberg: Kein „Lost Place“? Bewegung bei Pfaff und Schlauder

Nach neuen Aussagen kann die Hoffnung wachsen, dass der alten Fabrik doch nicht das Schicksal eines „Lost Place“ beschieden ist.
FritscheSeit längerer Zeit war es still geworden um das alte Fabrikgebäude von Pfaff und Schlauder in der Berneckstraße. Nur im März 2025 war einmal das unbestätigte Gerücht aufgekommen, dass es Verhandlungen zwischen dem Eigentümer, der Singener Wirtschaftskanzlei HSG Schikorr,und der Stadt Schramberg geben soll: HSG Schikorr wolle das Gebäude an die Stadt verkaufen.
HSG Schikorr hatte die alte Fabrik in der Berneckstraße erworben, um dort Unterkünfte für 200 Flüchtlinge einzurichten. Direkt betroffene Anlieger und Anwohner legten aber ihre Einsprüche gegen das Vorhaben ein, und der Gemeinderat änderte seinerseits die Satzung für das Sanierungsgebiet Bühle: Eine Flüchtlingsunterkunft war damit dort nicht mehr vereinbar. In der Folge erteilte die Baurechtsbehörde weder die sanierungsrechtliche Genehmigung noch die Baugenehmigung, wogegen HSG Schikorr Widerspruch einlegte.
Unsere Redaktion hat bei der Stadtverwaltung eine Anfrage zum Stand des baurechtlichen und sanierungsrechtlichen Verfahren gestellt. In ihrer Antwort teilte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr mit: „Nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium Freiburg dürfen wir hierzu mitteilen, dass die Widerspruchsführer einen Antrag auf Ruhendstellen der Widerspruchsbearbeitung gestellt haben.“ Es habe mehrere Gespräche mit dem Eigentümer gegeben, in denen es um Nutzungsoptionen für das Gebäude gehe, und es gebe dazu weitere.
Stadtbild prägend
Zur Nachfrage, zum Zweck der weiteren Gespräche, ob es um die Pflege des Gebäudes und seines Umfelds gehe, oder um die weitere Nutzung oder einen Verkauf, gab Eisenlohr eine allgemeine Antwort, die alle Optionen offen lässt: „Das Pfaff-und-Schlauder-Gebäude gehört zu Schrambergs Geschichte und prägt das Stadtbild. Insofern haben wir als Stadt ein Interesse daran, dass es möglichst sinnvoll und im Einklang mit den Zielen des Sanierungsgebiets Bühlepark genutzt wird.“
Investor bestätigt
Horst Peter Schikorr, geschäftsführender Gesellschafter der HSG Wirtschaftskanzlei, bestätigte seinerseits auf die Anfrage unserer Redaktion hin, dass Gespräche mit der Stadt Schramberg liefen, er wolle hier aber auf keinen Fall durch Äußerungen dazu vorgreifen oder die Gespräche gar belasten. Dafür bitte er um Verständnis.
Nach diesen Aussagen der Oberbürgermeisterin und des derzeitigen Eigentümers kann die Hoffnung wachsen, dass der alten Fabrik doch nicht das Schicksal eines „Lost Place“ beschieden ist.