Stadtentwicklung Schopfheim: Grüne: Stadt soll den Pfarrgarten kaufen

Mauer weg, und freie Bahn vom Pflughof in den Pfarrgarten: Die Bi Attraktive verkehrsfreie Innenstadt hat diese Idee bereits vor Jahren visualisiert.
BI Attraktive verkehrsfreie InnenstadtEin „traumhaft schöner Park“ erstrecke sich da mitten in der Stadt, zwischen Pflughof und ehemaligem Pfarrhaus, schwärmte Fuchs. Aktuell allerdings verhindert eine übermannshohe Trennmauer den Blick und erst recht den Zugang der Öffentlichkeit; zudem ist die grüne Oase im Besitz der Kirchengemeinde. Die Gemeinderätin beauftragte die Stadtverwaltung, zu prüfen, ob die Stadt das Areal von der Kirchengemeinde erwerben kann.
Damit griff sie eine Idee aus dem jüngst veröffentlichten Entwurf für das „Gebietsbezogene integrierten Stadtenwicklungs-Konzept“ (GISEK) auf: Dort wird eine Verbesserung der Wegebeziehungen von Scheffelstraße über Stadtgarten und Hebelstraße bis in den Pflughof hinein vorgeschlagen – im Rückgriff wiederum auf eine Ideen, die die Bürgerinitiative „Attraktive verkehrsfreie Innenstadt“ bereits vor Jahren ins Spiel gebracht hatte.
Falls es die Möglichkeit zum Grundstückskauf gebe, könnte man im Herbst, wenn womöglich Fördergelder aus dem GISEK vorlägen, weiter in die Details gehen, überlegte Fuchs.
Harscher nimmt „Prüfauftrag“ mit
„Wir nehmen das als Prüfauftrag mit“, sagte Bürgermeister Dirk Harscher zu. Er verwies allerdings im selben Atemzug darauf, dass sich die Stadt mitten in der Haushaltskonsolidierung befinde. Ob sich die Stadt da ein zusätzliche Grundstück inklusive der Folgekosten für Pflege und Unterhalt leisten könne, müsse diskutiert werden.
Quartier soll neu gestaltet werden
Mindestens ebenso wichtig bei der Gedankenspielerei indes ist die Frage, wie denn die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Areals zu der Idee steht. Dort ist man durchaus offen, wie ein Gespräch unsere Zeitung mit Pfarrerin Nina Reichel zeigt.
Grundsätzlich könnte sich die Öffnung des Pfarrgartens in die geplante Umgestaltung Areals zwischen ehemaligem Pfarrhaus, evangelischem Gemeindehaus, Kirche und dem ebenfalls der Kirche gehörenden Parkplatz an der Friedrichstraße fügen. Die Kirchengemeinde hat bekanntlich seit Jahren schon die umfassende Sanierung, viel wahrscheinlicher sogar einen Neubau des evangelischen Gemeindehauses auf der Agenda. Die Kirchengemeinde begreift das zugleich als Chance, dem Areal insgesamt ein neues Ambiente zu verschaffen, das nach etlichen Vorfällen gerade in jüngerer Zeit in der Polizeistatistik als Kriminalitäts-Hotspot firmiert.
Pfarrhaus steht voraussichtlich zum Verkauf
Zugleich ist klar, dass die Kirchengemeinde das ehemalige Pfarrhaus an der Wehrer Straße über kurz oder lang verkaufen muss, zu dem der Pfarrgarten gehört: Im Zuge der landweiten Neustrukturierung unterm Titel „Ekiba 2032“ müssen die Gemeinden vor Ort bekanntlich zahlreiche Gebäude vom Gemeindehaus bis hin zur Kirche abstoßen, um sich auf den Unterhalt ausgewählter Liegenschaften zu konzentrieren. In Schopfheim steht unter anderem das ehemalige Pfarrhaus – derzeit Sitz von Pfarrbüro und Kinderschutzbund – mitsamt Pfarrgarten zur Disposition. Ein Kauf durch die Stadt wäre damit grundsätzlich möglich. Über Details indes habe man sich noch keine Gedanken gemacht, sagt Pfarrerin Reichel weiter: „Wir würden mit der Stadt ins Gespräch gehen, wie mit jedem anderen Kaufinteressenten auch.“