Freies Radio Wiesental: Kleines Schopfheimer Radio bietet Dauerprogramm

Die Gesichter hinter dem Förderkreis Freies Radio Wiesental (v. l.): Ben Meech, Cornelia Blum, Ralf Bielawski und Dieter Grabowski.
Ines BodeDas Los der Radiomacher ist, dass man nur die Stimme kennt und „kein Gesicht dazu hat“: Reichlich Anlass zum Kennenlernen der Sprecher des Freien Radios Wiesental bot die Jubiläumsfeier anlässlich des 30-jährigen Bestehens im Stadtpark.
Zu erfahren war außerdem, die Hörerschaft lebe im letzten Winkel der Welt. „Ja, es sei tatsächlich wahr“, insistiert Dieter Grabowski, er habe eine Stammhörerin im fernen Neuseeland. Die Dame sei vom Wiesental in entlegene Gefilde ausgewandert. Grabowski ist als Büroleiter, Ausbilder und Programmleiter tätig. Hinzu kommen zwei eigene Sendungen, die viel Informationen bieten, und die Wiesentäler News über den Äther schicken. Rückmeldungen freuen den Radiomann, der fast von Beginn an dabei ist.
Die Anfänge des Senders
Begonnen hatte alles im Januar 1995 mit dem einprägsamen Namen „Kanal Ratte“. Einer der ersten Stunde sei Andreas Dapp, der heute eine „wilde Zeitreise durch die vielen Schattierungen der Musik“ anbietet. Die Frequenz 104,5 Megahertz bestehe nach wie vor, aber statt vier Stunden Programm „senden wir 24/7“, sagt Grabowski. Folglich dürfte die Zeitverschiebung für die Neu-Ozeanien-Hörerin keine große Rolle spielen. Andere Stammhörer schreiben ihm wegen eines Versprechers, aus Basel zum Beispiel. Grabowski wertet das positiv, da wisse man, wer zuhöre.

Viel los war im Stadtpark.
Foto: Ines BodeZudem kümmert er sich auch um Jobvermittlung im Wiesental, hält Kontakt zur Agentur für Arbeit. Diesbezüglich sei schon einiges gelaufen, resümiert der Allrounder. Weiter sei er als Ausbilder aktiv. Aus Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein und Grenzach-Whylen kommen die Aspiranten, die etwas über die Mediengestaltung im Hörfunk lernen wollen. Viele gehen später in die Werbung, berichtet er.
Cornelia Blum ist sonntags und montags auf Sendung. Sie bietet eine kurzweilige Stunde mit Musik, und lässt die „Worte tanzen“ – gern auf alemannisch. Die Themen „springen ihr über den Weg“, sagt sie.
Das Jubiläumsprogramm
Leicht zu entdecken im Festgewühl war jeder, der sich ehrenamtlich beim Freien Radio Wiesental einbringt. „Alle im roten T-Shirt gehören zu unseren Leuten“, sagt Ralf Bielawski. Er freut sich über das herrliche Wetter. Dies sei die halbe Miete. Kurz nach zehn Uhr hatte die große Sause im Stadtpark begonnen. Nur zwei, drei Veranstaltungen seien dort jährlich erlaubt. Ein ganzes Jahr sei geplant worden. Das Programm dauerte bis 22 Uhr – also insgesamt zwölf Stunden. Für wirklich jeden war etwas dabei, ob Groß oder Klein, so Bielawski.
Der Kinderchor hatte gesungen, heimische Chöre, Musiker und Bands bevölkerten danach die Bühne. Zu nennen „Feinripp“ (deutsche Songs und schwarzer Humor), „Dampfkapelle“, (ähnlich wie Santiano), Roadhouse oder Utopia 4. Bürgermeister Dirk Harscher hatte in seinem Grußwort betont, Schopfheim sei eine der wenigen Städte mit einem Radiosender.
Nach dem Auftritt der Zeller Stadtmusik, zeigten die Zeller Noteknacker wie nachbarliche Phonstärken klingen. Auch die Hits der Münchner Freiheit kamen gut an. Viele Vereine aus dem Umland gaben sich ein Stelldichein, etwa „D’Enninger“, deren Grill auf Hochtouren lief.
30 verschiedene Sendungen
Offiziell ist der Radiosender mit Sitz in der Hauptstraße nahe des alten Viehmarkts „Förderkreis Freies Radio Wiesental.“ Der Verein wird vertreten wird Cornelia Blum Blum, Ralf Bielawski und Ben Meech.
Letzterer ist Musiker. In seiner Sendung „Sound of the Suburbs“ gehe es um „hervorragende Künstler aus der Region“, erzählt Meech. Insgesamt bestreiten 25 Radiomacher im Jubiläumsjahr über 30 fortlaufende Sendungen.
Weitere Infos unter www.freies-radio-wiesental.de