Windenergie im Wiesental
: Windpark Zeller Blauen: „Schade, dass wir nichts mehr machen können“

Ortschaftsräte und Bürger äußerten im Ortschaftsrat Pfaffenberg ihren Unmut über die Genehmigung des Landratsamts Lörrach für sieben Windräder.
Von
Christoph Schennen
Zell Im Wiesental
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Die Energie aus Windkraft stößt in Zell bei Bürgern und Ortschaftsräten auf heftige Kritik (Symbolbild).

Uwe Anspach/dpa

Ortsvorsteher Werner Ganter kommentierte in der Sitzung des Ortschaftsrats Pfaffenberg einige Feststellungen aus der immissionschutzrechtlichen Genehmigung für sieben Windkraftanlagen auf dem Zeller Blauen. Vier davon stehen auf Pfaffenberger Gemarkung (Käsern). Der Tag der Genehmigung sei ein „rabenschwarzer Tag für die Natur und das Dorf“ gewesen, so Ganter. Er geht davon aus, dass die Windräder kommen werden. Der Ortschaftsrat könne nichts dagegen unternehmen, für den Gemeinderat Zell sei die Sache erledigt. Er wolle nicht nachkarten, aber die Genehmigung auch nicht unkommentiert lassen, betonte der Ortsvorsteher.

Er ging auf einige Aussagen in der Genehmigung ein: „Um den Nachtbetrieb künftig aufnehmen zu können, müssen alle Windenergieanlagen bis zur Vermessung im Nachtzeitraum in Betriebsweisen mit geringer Leistung betrieben werden.“ Ganter hofft, dass die EWS die „ein oder andere“ Windenergieanlage nicht baut, weil sie sich wegen dieser Beschränkung in der Nacht nicht lohnen. Der Schattenwurf sei aber kein „großes Problem“.

Fritz aus Käsern: „Ein Schlag für unser Dorf“

Ortschaftsrat Hartmut Deiß sagte, er finde es schade, „dass wir nichts mehr machen können“. Die Windkraftgegner hätten sich mehr Infos einholen und sich besser abstimmen sollen. Stefan Fritz aus Käsern bezeichnete es als „Unsinn“, dass eine zwölf Tonnen schwere Windenergieanlage (WEA 10) auf einer Wasserquelle platziert werde. Die Genehmigung für die WEAs sei ein „Schlag für unser Dorf“.

Kopfschütteln gab es zu einer Aussage zur WEA 10, die für das Wohnhaus Käsern 5 gilt, wo Stefan Fritz lebt: „Um die WEA 10 sehen zu können, muss der Blick aktiv von der Terrasse aus nach oben rechts gerichtet werden“, heißt es in der Genehmigung der Behörde.

Ganter: „Ich klebe mich nicht auf der Straße fest“

Ganter kritisierte,das „hanebüchene Vorgehen“ des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee, der wegen „politischen Drucks“ die Windkraftflächen in den Schwarzwald konzentriert habe. Trotz der allgemeinen Unzufriedenheit rät Ganter den Pfaffenbergern, nicht „den Kopf in den Sand zu stecken.“ „Ich will hier keine Gersbacher Verhältnisse haben.“ Sein Protest werde sich nur auf das Verbale beschränken: „Ich klebe mich nicht auf der Straße fest. Das können andere machen.“