Wiesentäler Textilmuseum in Zell: Ohne Franz Zimmermann und Stephan Helbig geht es nicht

Franz Zimmermann (links) und Stephan Helbig sind tragende Säulen des Wiesentäler Textilmuseums in Zell. Beide feierten ihren 90. Geburtstag.
Wiesentäler TextilmuseumIm Mittelpunkt standen die Geburtstagskinder Franz Zimmermann und Stephan Helbig. Die beiden langjährigen und engagierten Mitstreiter im Wiesentäler Textilmuseum wurden beide 90 Jahre alt. Auch Zells Bürgermeister Peter Palme ließ es sich nicht nehmen, zur Ehrung der Jubilare zu erscheinen.
Ein Leben lang Weber
Franz Zimmermann verbrachte sein gesamtes Berufsleben als Weber bei der Firma Zell-Schönau. Nach ihrer Schließung begann er bereits 1991 zusammen mit Hans Fräulin mit dem Aufbau und Betrieb des Textilmuseums. Bis vor wenigen Jahren führte Zimmermann noch selbst die Besucher durch das Museum und vermittelte ihnen die Arbeit an Textilmaschinen der vergangenen 70 Jahre. Diese Tätigkeit musste er aus gesundheitlichen Gründen inzwischen beenden.
Glückliche Fügung
Der weitere Jubilar war Stephan Helbig, der auch heute noch durchschnittlich dreimal pro Woche ehrenamtlich im Museum aktiv ist.
Helbig war bis zur Wende in Sachsen tätig, bis er nach dem Niedergang der dortigen Textilindustrie arbeitslos wurde. Durch einen glücklichen Zufall lernten Stephan und seine Frau das Ehepaar Gertrud und Hans Fräulin kennen. Hans Fräulin benötigte für das im Aufbau befindliche Museum sogenannte alte Technik, sprich Handwebstühle, die Helbig in Sachsen besorgen konnte.
Heimisch geworden
Das Ehepaar Helbig war zudem bereit, ins Wiesental umzuziehen, sofern es dort Arbeit finden würde. So kam es, dass Frau Helbig im Krankenhaus Schopfheim als Krankenschwester tätig wurde und Stephan bei der Zell-Schönau AG eine Anstellung als Weber erhielt.
Von diesem Zeitpunkt an wurde das Textilmuseum in Zell für Stephan Helbig zur zweiten Heimat. Seit fast 35 Jahren ist er maßgeblich am Aufbau, der Ein)richtung der Maschinen, der Ausbildung von Interessierten und der Präsentation der Maschinen beteiligt. In dieser Zeit dürfte er bereits rund 25 000 Besuchern die immer noch betriebsbereiten Webmaschinen vorgeführt haben, wie das Museum in einer Pressemitteilung schätzt.
Der Vorsitzende des Vereins Wiesentäler Textilmuseum, Thomas Döbele, dankte beiden Jubilaren für ihren jahrzehntelangen Einsatz im ehrenamtlich geführten Museum. Er betonte mehrfach, dass das Museum in seiner heutigen Form ohne deren unermüdlichen Einsatz wohl nicht mehr existieren würde.