Offenhaltung der Landschaft
: Projekt: Weidetiere rund um den Belchen mit Wasser versorgen

Die Sanierung der Tränkewasserleitung am Belchen soll Landwirtschaft und Kulturlandschaft bis nach Schönau sichern.
Von
red/pm
Schönau
Jetzt in der App anhören

Die Baustelle für die neue Tränkeleitung wird aktuell eingerichtet, die Umleitungen sind bereitsausgeschildert.

Foto: Sebastian Frommherz

Die Gemeinde Schönenberg modernisiert auf Grundlage der Sanierungsplanung des Biosphärengebiets Schwarzwald die Weidewasserversorgung von der Kaltwasserquelle bis zur oberen Stuhlsebene am Belchen. Damit wird der Ursprung eines weit verzweigten Tränkewassernetzes erneuert, das sich über mehrere Gemeinden bis in die Talebene bei Schönau erstreckt und auch das Belchenhaus versorgt, schreibt das Biosphärengebiet Schwarzwald in einer Pressemitteilung.

Im Endausbau trägt das Leitungssystem in der Gemeinde entscheidend zur Bewirtschaftung und zum Erhalt von rund 163 Hektar Weideland bei. Die Modernisierung sei nötig, um auch in trockenen Sommern die Wasserversorgung der Weidetiere zu sichern. „Wassermangel wird zunehmend zum Problem“, erklärt Sebastian Frommherz vom Fachbereich Landnutzung des Biosphärengebiets Schwarzwald, der selbst Landwirt im Nebenerwerb ist: „Kühe brauchen 80 bis 100 Liter Wasser pro Tag, und das können die Quellen vor Ort oft nicht liefern.“

Weidehaltung im Schwarzwald erhalten

Deshalb seien Wasserleitungen nötig, die das Wasser von ergiebigen Quellen verteilten, um die Weidehaltung im Schwarzwald zu erhalten – und mit ihr die einzigartige Kulturlandschaft und Artenvielfalt. Das Projekt wird durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert sowie vom Biosphärengebiet Schwarzwald unterstützt. Die bautechnische Planung erfolgt durch das Ingenieurbüro dwd Ingenieur GmbH. Grundlage sind die Sanierungsplanungen des Pilotprojekts „Weidewasser am Belchen“.

Wasserversorgung sichern

Ziel des Modellprojekts war es, ein nachhaltiges Wasserversorgungskonzept für die Weidetiere auf den Allmendweiden in Wieden, Aitern, Schönenberg, Böllen und Neuenweg zu entwickeln – ein Konzept, das sich auch auf andere Bergregionen im Schwarzwald und darüber hinaus übertragen lässt.