Jahreskonzert Musikverein Atzenbach
: Perfekte Lösung fürs Weihnachtskonzert gefunden

Klingende Weihnacht beim Musikverein Atzenbach: In der vollbesetzen Gemeindehalle erlebte das Publikum einen Abend, der zu begeistertem Applaus mitriss.
Von
Georg Ganter
Zell Im Wiesental
Jetzt in der App anhören

Mit Hämmern und Amboss begleiteten Emil Berger und Oskar Kiefer den Marsch „Die lustige Dorfschmiede“

Georg Ganter

Gerade einmal neun Wochen haben die Aktiven des Musikvereins Atzenbach mit ihrem neuen Dirigenten Peter Lastein für ihr Weihnachtskonzert geprobt. Umso beeindruckender war das Ergebnis. „Wir standen nach dem Abschied unseres langjährigen Dirigenten vor einer echten Herausforderung, für das Weihnachtskonzert eine Lösung zu finden“, erklärte die junge Vereinsvorsitzende Annalena Lais in ihrer Begrüßungsrede.

Umso größer war die Erleichterung, dass mit Lastein aus Freiburg kurzfristig ein Profi gewonnen werden konnte, der das Orchester in der kurzen Vorbereitungszeit souverän übernahm und das Konzert effektiv vorbereitet hatte.

Den Auftakt des Abends gestaltete das gemeinsame Jugendorchester der Musikvereine Atzenbach, Mambach, Rohmatt und Häg-Ehrsberg. Unter der Leitung von Tina Klotz entführten die jungen Musiker das Publikum mit der viersätzigen „Nordic Suite“ auf eine Reise durch vier skandinavische Länder, wobei jeder Satz ein eigenes, Klangbild entfaltete. Ein besonders bewegender Moment folgte mit dem „Song for Memory“: Dabei durfte das Atzenbacher Nachwuchstalent Moritz Zimmermann erstmals bei einem Konzert den Dirigentenstab übernehmen – und wurde dafür mit herzlichem Beifall belohnt.

Mit „Festival Flourish“, einem festlichen Eröffnungswerk für Blasorchester, zeigten die Musiker, was der neue Dirigent mit ihnen binnen kurzer Zeit an Klangfülle, Dynamik und Präzision erreicht hatte.

Riesigen Beifall gab es für das dramatische Medley aus dem Soundtrack des Musicalfilms „The Greatest Showman“, wobei verschiedene Bläsergruppen mit Soli glänzten.

Berührende Worte für Stefanie Trautner

Berührend wurde die Ehrung von Stefanie Trautner für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft im Musikverein Atzenbach. Mit empathischen Worten würdigte Vorsitzende Lais die Jubilarin, erinnerte an ihre Verlässlichkeit und wie sie mit ihrem Verantwortungsbewusstsein den Verein mitgeprägt habe. Vom Alemannischen Musikverband ehrte die Bezirksvorsitzende Verena Zimmermann die Musikerin mit der Silbernen Verbandsehrennadel. Und passend zum Ehrungsmarsch „Kaiserin Sissi“ durfte Trautner dann im Wiener Plüschsessel Platz nehmen und die musikalischen Glückwünsche ihrer Musikerkollegen genießen.

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft bekam Stefanie Trautner die Urkunde von der Vorsitzenden Annalena Lais (rechts)

Foto: Georg Ganter

Im zweiten Konzertteil glänzte im „Euphonium Ragtime“ Moritz Zimmermann mit einem Solo auf seinem Euphonium. Auch im dramatischen Konzertstück „Symphonic Highlights from Frozen“ aus dem Disney‑Film „Die Eiskönigin“ überzeugte das Orchester mit präzisen Einsätzen und spürbarer Spielfreude.

Raffinesse mit Hämmern und Amboss

Zum Schluss sorgten die Jungmusiker Emil Berger und Oskar Kiefer im Konzertmarsch „Die lustige Dorfschmiede“ für ein besonderes Klangdetail: Mit ihrem Hämmern auf dem Amboss verliehen sie dem Marsch eine charakteristische Begleitung, die sogar den Dirigenten begeisterte und das Publikum zu leidenschaftlichem Beifall motivierte.

Im dritten Teil des Konzertabends sangen die Besucher beim traditionellen Weihnachtspotpourri mit bekannten Liedern wie „Stille Nacht“ oder „O du Fröhliche“ mit und gestalteten so gemeinsam einen stimmungsvollen Abschied in die Weihnachtszeit. Fazit: In kurzer Zeit ist zwischen dem Interims-Dirigenten Peter Lastein und dem Orchester spürbar etwas Besonderes gewachsen.