Fasnacht in Hausen: Den großen Dichter vor den Zeller Narren schützen

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Schwarzwälder BoteDie Hausener Fasnachter waren erbost, als beim Fasnachtsauftakt Fastnachtsgesellschaft Zell deren Motto „Wir legen den Hebel um“ vorgestellt wurde. In den Wortbeiträgen beim Zunftabend haben die Fasnachter nun darauf reagiert. Die Zeller werden am Fasnachtszischdig vom Ortsrichter am „Altbadischen Narrengericht zu Huuse Ho“ angeklagt, verkündete Zeremonienmeister Mario Brugger – wegen „Androhung von Gewalt und Verunglimpfung des großen Sohns von Hausen“. FGZ-Präsident Peter Mauthe nahm die Ladung vor Gericht entgegen.
Auftritt der Zeller Gäste
Die Zeller Fasnachter kommen beim Zunftsabend immer als Erstes auf die Bühne. Der Hürus „Axel vo edlem Bluet“ verteilte nicht nur seinen Orden, sondern schlug auch vor, das Hebelhaus in das Autokabel-Gebiet zu verlagern, um dort einen „Hebelpark“ zu gründen. Netto und dm hätten dort auch noch Platz. Axel Umber, so der bürgerliche Name des Hürus, hat bei Autokabel seine Ausbildung gemacht.„Der Adler“, so der Hürus weiter, „kann dann expandieren und in neue WCs investieren.“ Die FGZ schenkte Ozume Joe Keller einen eigenen Garderobenständer, damit er seinen Wintermantel nach Veranstaltungen auch wiederfindet. Die Hausener luden die Zeller zu einem Treffen in den Adler ein, wo sie für 55,55 Euro essen und trinken können.
Die Schellewercher zeigten einen Sketch mit einer Bürgerwehr, deren Vertreter Alt-Burgi Martin Bühler, Elmar Vogt, Christian Weißenberger und Mundart-Dichter Gerhard Sauerbermann (Basel) eine „Einheimische Verteidigungs-Organisation gegen Tumulte“ (EVOGT) gründen um, einen Präventivschlag gegen die Zeller durchzuführen. Weißenberger komponiert einen Song, mit dem Titel „Lass die Finger von Johann Peter Hebel“, die übrigen kommen auf die Idee, den Zeller Schwan zu entführen, was ihnen am Ende auch gelingt.
Auf das Hebelgedenkjahr eingestimmt ist auch „Ingo’s Metzg“. Er bietet seinen Kunden Hebelspeck, Hebelbüchsenwurst und im Mai auch Hebelwurst an. Mario Brugger mimte den Metzger, Dirk Allinger und Michael Hug verkörperten Joe Keller und den Katastrophenschutzbeauftragten Bernd Schneider, der 3000 Landjäger im Keller von Rathaus lagern will. Der Bürgermeister stimmt dem zu, „vorausgesetzt er kriegt die Schlüssel von der Vorratskammer“, so Schneider.
Die Fasnachtsoldies
Zum letzten Mal traten die langjährigen Fasnachter Roland Auer (Johann Peter Hebel), Markus Gessner (Heidi Zöllner), Sabrina Lange (Adler-Wirtin Andrea Behringer) und Dieter Weniger (Bürgermeister Lotter) auf. Über der Szene von „Hebels Gedanken 2.0“ thronte Johann Peter Hebel in Denkmaloptik mit Lorbeerkranz, der Weisheiten von sich gab. Sie lieferten sich lustige Dialoge wie „Du hast Sorge um deine Frau? Was hat sie denn?“ „Mein Auto!“ Das Publikum stand auf und bedankte sich heftig klatschendfür ihre Darbietungen der letzten Jahrzehnte.

Die Dorfhexen bei einer Tanzeinlage
Foto: Christoph SchennenDie Irrlichter griffen lokale Themen in ihrer „Hebelschau“ auf. Die Nachrichtensprecherin schaltete zu diversen Orten im Dorf, zum Beispiel auf den Sportplatz, wo ein Sponsorenlauf laut Reporterin als Vorwand genutzt wurde, um einen Bierkastenlauf zu veranstalten. Eine TV-Reporterin sprach auch mit einem Bauarbeiter an der „Dauerbaustelle“ „Brücke Ehner-Fahrnau“, wo sich dieser beschwert, dass sie bauen würden ohne einen Plan zu haben. Eine rosige Zukunft sieht eine Reporterin für Phillip Lotters Tochter. „In Hausen ist es schöner als bei der Mama in Maulburg“, stellte die Fernsehfrau fest. Muulburg sei „voller Industrieabgase.“
Mario Brugger, Jörg Thum und Andrea Behringer am Klavier trugen ihre Schnitzelbank-Verse vor, in denen lustige Geschichten von Hausenern präsentiert werden. Da wurde unter anderem ein neues Doku-Soap-Format „Die große Lang- und Lotter-Show“ angekündigt, über Sabrina Langes Trip nach Ägypten berichtet, wo sie sich die Zähne mit einem Mittel aus der dortige Badezimmer-Tube putzt, was sich als Shampoo herausstellte. „Wenn ihr de Hebel leget um, nümmt euch des jede z´Huuse chrum, no fange mir sofort a baue, und duen am Grendel d´Wiese stau
„Hebeldorf-Harmonists“
Für Abwechslunsg sorgten die Narresome mit ihrem Tanz zu „Cotton Eye Joe“ und die Dorfhexen, die sich zu „The Greatest Showman“ bewegten.

Zwei der vier Hebeldorf-Harmonists
Foto: Christoph SchennenEin großen Auftritt hatten die „Hebeldorf-Harmonists“ mit Leon Bieri, Dieter Weniger, Jörg Jost und Mario Brugger sowie Brigitte Behringer, Ralf Bieri und Jörg Thum als Band. Die Harmonists hatten zu den Melodien von „Wenn ich einmal reich wär“, „Schenk mir dein Herz“ und „Superjeile Zick“ eigene Texte geschrieben, die das Publikum begeisterten. In einem Lied ging es auch hier um das Paar Lotter-Lang und die Tatsache, dass Hausen anders als Maulburg kaum Gewerbebetriebe (und Einnahmen) hat, aber ein kulturelles Highlight: das Hebelhaus. Auf die Melodie „Schenk mir dein Herz“ von den Höhern dichteten die Sänger „Jessica schenk mir doch di Herz und chum mit mir, Muulburg het Geld und Huuse het Kultur defür, Kultur und Geld, na na na, isch des was zellt, na na na. Huuse und Muulburg mitenand, des isch unsri Welt.“