Dynamischer Agroforst in Kürnberg: Ökologische Landwirtschaft stärken

Bürgermeister Dirk Harscher (von links) erhält von der Vorsitzenden Andrea Reynolds und der Landwirtin Susanne Greiner einen Korb mit frisch geerntetem Gemüse
Marcus Krispin- Bürgermeister Dirk Harscher besuchte die Solawi Möhreblick in Schopfheim-Kürnberg.
- Der Verein bewirtschaftet 1,2 Hektar ökologisch – mit Solidarischer Landwirtschaft und Agroforst.
- 35 Mitglieder tragen das Projekt, 45 wären für wirtschaftliche Stabilität nötig.
- Mitglieder erhalten wöchentlich saisonales Gemüse, Mitarbeit ist freiwillig.
- Trockenheit erschwert den Anbau – Bewässerung in vier Parzellen und Sonnenschutz für Setzlinge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor Ort wurde er von der Vorsitzenden Andrea Reynolds, dem stellvertretenden Vorsitzenden Karlheinz Rettig sowie Landwirtin Susanne Greiner empfangen. Bei einem ausführlichen Rundgang über das rund 1,2 Hektar große Feld erläuterten die Verantwortlichen das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) sowie den Ansatz des dynamischen Agroforsts. Dabei wurde deutlich, wie eng ökologische Landwirtschaft, regionale Versorgung und gemeinschaftliches Engagement miteinander verbunden sind.
Die Solidarische Landwirtschaft Möhreblick liegt im Wiesental am Fuße des Südschwarzwaldes und verfolgt das Ziel, die ökologische Landbewirtschaftung in der Region nachhaltig zu stärken. Mit ihrem Verein möchten die Mitglieder einen aktiven Beitrag zu einer gesunden, regionalen Ernährung leisten, Verantwortung für Boden und Umwelt übernehmen und eine zukunftsfähige Form des Wirtschaftens fördern – auch mit Blick auf kommende Generationen. Auf dem Feld werden saisonales Gemüse und Kräuter angebaut. Die Planung, Aussaat, Pflege und Ernte übernehmen die angestellten Gärtnerinnen und Gärtner gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Vereinsmitgliedern. Regelmäßig lädt der Verein zu Mitmachaktionen auf das Feld ein. Die Mitarbeit ist ausdrücklich willkommen, jedoch keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.
Derzeit zählt der Verein 35 Mitglieder. Wie Vorsitzende Andrea Reynolds erläuterte, wären mindestens 45 Mitglieder notwendig, damit sich das Projekt langfristig wirtschaftlich tragen kann. Finanziert wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördergelder. Als Gegenleistung erhalten die Mitglieder einmal wöchentlich einen Korb mit frisch geerntetem, saisonalem Gemüse. Neben dem ehrenamtlichen Engagement beschäftigt der Verein zwei Gärtner sowie einen Minijobber. Aktuell unterstützt außerdem eine Praktikantin die Arbeit auf dem Feld. Ein wichtiger Bestandteil der Vereinsphilosophie ist dabei die faire Bezahlung der Beschäftigten. Deshalb setzt der Verein bewusst auf eine übertarifliche Vergütung.
Ein großes Thema ist derzeit – wie für viele landwirtschaftliche Betriebe – die anhaltende Trockenheit. Da der Verein möglichst ressourcenschonend wirtschaftet und bewusst auf einen sparsamen Umgang mit Wasser setzt, stellt die aktuelle Wetterlage eine besondere Herausforderung dar. Das Feld ist in vier kleinere Parzellen aufgeteilt, um Anbau und Bewässerung optimal organisieren zu können. Gleichzeitig gilt es, junge Setzlinge vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen, bevor sie ausgepflanzt werden. Während des Rundgangs wurde deutlich, mit wie viel Herzblut Andrea Reynolds und Susanne Greiner das Projekt begleiten. Beide betonten, dass die Solidarische Landwirtschaft zwar mit viel Arbeit und organisatorischem Aufwand verbunden sei, zugleich aber eine
erfüllende Aufgabe darstelle, die nur durch das große ehrenamtliche Engagement vieler Menschen möglich werde.
Bürgermeister Dirk Harscher zeigte sich von dem Projekt beeindruckt. Bereits 2019 begannen die ersten Arbeiten auf dem Feld, bevor der Verein schließlich 2021 offiziell gegründet wurde. „Die Solawi Möhreblick zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Landwirtschaft, Gemeinschaft und regionales Engagement erfolgreich zusammenwirken können. Hier entsteht nicht nur gesundes Gemüse, sondern auch ein starkes Miteinander, das Vorbildcharakter hat“, betonte Bürgermeister Dirk Harscher. Weiter sagte Harscher: „Gerade in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Herausforderungen für die Landwirtschaft sind Projekte wie dieses von großer Bedeutung. Sie machen regionale Versorgung erlebbar und zeigen, wie verantwortungsvoller Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen gelingen kann. Dieses Engagement verdient großen Respekt und unsere Unterstützung.“
Zum Abschluss des Besuchs überreichten die Verantwortlichen Bürgermeister Dirk Harscher als Dankeschön einen Korb mit frisch geerntetem Gemüse aus eigener Produktion.