Zimmern
: Mit Leib und Seele Landwirt

Manfred Haas ist der einzige Vollzeit-Bauer in Flözlingen / "Mit einem Achtstundentag kommt man nicht aus"
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Oberndorf
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Manfred Haas und Nadine Roth im Kuhstall des Flözlinger Landwirtes. Foto: Kammerer

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Von Kathrin Kammerer

Zimmern-Flözlingen. Auch in Flözlingen macht sich der landwirtschaftliche Strukturwandel bemerkbar. Manfred Haas ist der einzige Landwirt, der seinen Hof in Vollzeit betreibt. Nur noch zehn Betriebe gibt es insgesamt im 700-Seelen-Dorf.

Vor zehn Jahren war der Flözlinger in den väterlichen Betrieb mit eingestiegen und hatte sich dafür entschieden, den Hof im Vollerwerb zu bewirtschaften. 200 Mutterschweine, 200 Hühner und 20 Kühe nennt er mittlerweile sein Eigen. Außerdem gilt es rund 110 Hektar Land zu bewirtschaften.

Seine Schweine vertreibt Haas nach der rund zwölfwöchigen Aufzucht an Mastbetriebe aus der Gegend, denn kurze Transportwege für die Tiere liegen ihm sehr am Herzen, wie er betont. Eier und Kartoffeln werden über Direktvermarktung verkauft. Eine Menge Arbeit steht im Haas’schen Familienbetrieb also täglich an, "mit einem Achtstundentag kommt man nicht aus", schmunzelt der Flözlinger. Doch er ist mit viel Idealismus am Werk. "Man weiß, was man produziert und für was man arbeitet, man ist sein eigener Chef", zählt er die Reize am Beruf Landwirt auf.

Doch die Ausbildungszahlen sind im Vergleich zu anderen Branchen niedrig, der Strukturwandel hat seine Spuren hinterlassen. "2011 haben im kompletten Regierungsbezirk 64 Lehrlinge ihre Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen", berichtet Nadine Roth vom Landwirtschaftsamt. In der Gesamtgemeinde Zimmern gibt es momentan eine Auszubildende und einen Fachschüler.

"Trotzdem, ein leichter Aufwärtstrend", stellt Haas klar. Schließlich seien es 1995, beim Abschluss seiner Lehre, nur drei Auszubildende im ganzen Landkreis gewesen. "Es herrscht allgemein wieder eine positivere Grundstimmung in der Landwirtschaft als noch vor einigen Jahren", meint der Vorsitzende des Ortsbauernvereins und des Kreisverbandes.

Was ihn stört, ist die sinkende Akzeptanz von Seiten der Bevölkerung. "Wert und Achtung für die Lebensmittel sind bei vielen verloren gegangen", bedauert er. Auch Nadine Roth kennt die Problematik: "Die Menschen essen nachweislich mehr Fleisch, wollen aber immer seltener landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Nähe haben." Deshalb würde sich der Kreis auch sehr darum bemühen, Vorurteile von Seiten der Bevölkerung abzubauen.

Beschweren will sich Haas aber nicht. Er freut sich vielmehr über die gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten der Gesamtgemeinde.

Elf an der Zahl bewirtschaften ihren Hof wie er selbst in Vollzeit, etwa dreimal so viele im Nebenerwerb. "Jammern bringt doch nichts, andere Branchen haben ja auch ihre Probleme. Und gegessen wird schließlich immer", schmunzelt Haas.

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