Zepfenhan ruft Idee ins Leben: Deswegen ist dieser Flohmarkt wie kein anderer

Zepfenhan lädt am Samstag wieder zum Dorfflohmarkt ein. Von links: Josef Zeiser, Ewald Weigert und Jochen Baumann.
SchmidtHans-Peter Laskus kennt alle Flohmärkte in der Umgebung. Und er weiß auch, wann sie stattfinden. Seit 30 Jahren lässt ihn der Markt, auf dem gebrauchte und alte Waren verkauft werden, nicht mehr los. „Ein Flohmarkt ist nachhaltig. Das ist mir wichtig.“, sagt er. Laskus stöbert nicht nur, er bietet auch an.
Die Anfänge liegen 33 Jahre zurück. Damals sei er mit seiner Frau nach Zepfenhan gezogen und musste einen Haushalt auflösen. Die Alternative zum Flohmarkt war nur die Deponie Keltenberg. „Wir haben uns für die moderne und wirtschaftlichere Lösung entschieden: Den Verkauf auf einem Flohmarkt“. Als in Zepfenhan der Dorfflohmarkt geboren war, schlug er seinen Stand zum ersten Mal vor der Haustür auf. Die Idee dazu kam von Ewald Weigert.
Fund bringt ihn in den TV
Im Gegensatz zu herkömmlichen Flohmärkten, finde ein Dorfflohmarkt auf dem privaten Grund der Bewohner statt. „Und das ganz ohne Auflagen“, betont Weigert. Die Idee schlug ein. „Über 30 Zepfenhaner-Aussteller meldeten sich im ersten Jahr an“, erinnert Jochen Baumann, Vorsitzender des Bürgervereins und Organisator des Dorfflohmarkts. Und Zepfenhan wurden schier überrannt. Schon um sieben Uhr standen die ersten Flohmarktjäger vor den Scheunentoren. „Teilweise halfen sie uns beim Auspacken und Aufstellen, nur um als erster ein Blick auf die Fundstücke werfen zu können“, sagt Weigert lachend.
Auch Weigert hat eine besondere Affinität zu alten Schätzen. Nach der Wende habe er im Osten der Republik einen alten Kartenautomaten der Reichsbahn erstanden und sich damit Jahre später im ZDF bei „Bares für Rares“ beworben. Mit Erfolg. Sein Fund war rar, das habe für eine Einladung genügt. Den „überaus sympathischen Horst Lichter“ habe er später dann sogar zum ersten Dorfflohmarkt nach Zepfenhan eingeladen. Gekommen sei er zwar nicht, aber er habe persönlich geantwortet und zu der tollen Idee gratuliert.
Die Idee, einen Dorfflohmarkt zu veranstalten, zündet inzwischen auch in anderen Gemeinden im Kreis. Die Konkurrenz sehen die Zepfenhaner gelassen. Die Kurzläufigkeit zu den Ausstellern mache den besonderen Charme in Zepfenhan aus. Alle Aussteller wären um das Rathaus versammelt. Wer in B-Lage wohne, stelle seine Fundstücke dazu. 20 Aussteller nehmen am kommenden Samstag teil. Der Dorfflohmarkt sei inzwischen eine feste Instanz im Dorfgeschehen. Er sei nicht nur nachhaltig und bereite Spaß, sondern stärke auch die Dorfgemeinschaft.
Schallplatten sind Renner
Nehmen in den kommenden Jahren weniger Aussteller teil, werde der Dorfflohmarkt in einem anderen Rhythmus veranstaltet. Aber die Veranstalter sind sich sicher: „Das Wetter wird am Samstag gut, und wir werden wieder viele Flohmarktbesucher und Jäger begrüßen“. Die Fundstücke gehen jedenfalls nicht aus. „Schallplatten sind der absolute Renner“, betont Schallplattenkönig Josef Zeiser. Schon im vergangenen Jahr hätte er zahlreiche verkaufen können.
„Es machen immer wieder andere Aussteller mit“, erklärt Baumann und Laskus ergänzt: „Und wir holen immer wieder Nachschub von anderen Flohmärkten“. Er freue sich auch über den Besuch der Kinder. Für sie halte er immer etwas Schönes bereit, der erste Wunsch werde ihnen gratis erfüllt.
Die Scheunentore öffnen sich am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr. Für das leibliche Wohl sorgt der Bürgerverein im Rathaus. Dort und an allen Ständen sind auch Orientierungspläne zu finden.