Volksbank Rottweil
: Wunsch nach mehr Beratung statt Formularen

Viele Banken stehen vor großen Herausforderungen. Im Gespräch mit der Volksbank Rottweil ging es auch um Betrugsversuche.
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(red/pm)
Oberndorf
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Boris Braun (links) und Daniel Karrais

Siebers

Zentrale Themen waren die bürokratische Regulierung sowie die Lage auf dem Immobilienmarkt in Rottweil.

„Die Volksbank Rottweil ist mit 1,23 Milliarden Euro Bilanzsumme stark aufgestellt, aber viele kleine Banken stehen vor großen Herausforderungen“, erklärte Boris Braun mit Blick auf die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an regionale Kreditinstitute.

Europäische und nationale Vorschriften stellten eine immer größere Herausforderung für den operativen Alltag dar. „Im Gespräch mit dem Kunden entfällt der Großteil der Zeit auf die Erklärung und Unterzeichnung von Formularen. Im Verhältnis zur tatsächlichen Beratung ist dies unangemessen“, so Braun. Dies sei weder für die Mitarbeiter noch für die Kunden verständlich.

Daniel Karrais pflichtete ihm bei. Die Bankenregulierung für die Großen dürfte nicht die kleinen Banken in bürokratischen Strukturen ersticken.

Plädoyer für das Digitale

Digitalisierung sei im Bankenwesen nicht mehr weg zu denken, führte Braun aus. „Mehr als zwei Drittel unserer Kunden nutzen Online-Banking und über 30 Prozent die Banking-App, Tendenz steigend. Das ist sicherer, als mit Papierüberweisungen zu arbeiten, da man eine Unterschrift ohne Weiteres fälschen kann. Die meisten Betrugsversuche finden bei papierhaften Überweisungen statt“, betonte Boris Braun.

Dank Zwei-Faktor-Authentifizierung und App-Lösungen verzeichne die Volksbank seit Jahren kaum digitale Schadensfälle. Die Zahl der „Betrugsversuche“ nehme jedoch zu, was aber nicht am Online-Banking liege. „Auch bei uns versuchen Betrüger mit Anrufen und Mails Überweisungen zu erwirken. Wir müssen alle vorsichtig im Umgang mit Bankdaten sein“, warnte der Bankvorstand.

Für Karrais, der sich für eine digitale Verwaltung einsetzt, sagte: „Die Finanzbranche ist beim Thema Digitalisierung ein Vorreiter.“ Was beim Online-Banking bereits gelinge, sei auch für eine digitale Verwaltung notwendig, so der digitalpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag.

Lage am Immobilienmarkt

Abschließend informierte sich Karrais über die Lage am Immobilienmarkt. Braun berichtete von einer spürbaren Zurückhaltung bei Bauvorhaben: „Das Neubaugeschäft ist deutlich abgeflacht.“ Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und regulatorische Auflagen machten es Bauwilligen nicht einfacher. „Es geht nicht nur um Zinsen, sondern um die Baukosten an sich. Da müssen bürokratische Regelungen runtergefahren werden“, sagte Karrais dazu. Ein Netz- und Speicherausbau könne zudem die Energiepreise senken.

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