Vereinsförderung in Rottweil
: Solidarität mit einem bitterem Nachgeschmack

Der Zepfenhaner Ortschaftsrat ordnet die Vereinsförderung neu. Nicht bei allen stößt das auf Gegenliebe.
Von
Anja Schmidt
Oberndorf
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„First Responder“ überbrücken bei medizinischen Notfällen die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft. (Symbolfoto)

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In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in Zepfenhan wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst, der die Weichen für die künftige Vereinsförderung neu stellt. Auf Vorschlag von Ortsvorsteherin Michaela Oettle werden die Zuschüsse für etablierte Vereine pauschal um 13 Prozent gekürzt, um mit diesen Mitteln neue Vereine in die Förderung aufnehmen zu können. Das Geld bleibt im Ort: Es handelt sich bei den neuen Empfängern um den „Bürgerverein Zukunft Zepfenhan“ und die „First Responder“ der Feuerwehr, die zukünftig jährlich von 2140 Euro profitieren sollen.

Die Entscheidung fiel im Rat im Geiste der Solidarität und mit dem Ziel, ein Zeichen für eine gerechte Verteilung zu setzen. Zwar gab es im Gremium grundsätzliche Kritik an der städtischen Sparpolitik, da für Großprojekte wie die Landesgartenschau Millionen investiert werden, während im Ortsteil kleine Beträge mühsam umverteilt werden müssen. Dennoch stimmten alle Räte zu, in dem Glauben, den ehrenamtlichen Ersthelfern eine verdiente Anerkennung zukommen zu lassen.

Diese Idee eines pauschalen Zuschusses für First Responder geht ursprünglich auf Neukirch zurück, informierte Ortsvorsteher Kendy Scharein. Inzwischen wurden entsprechende Regelungen auch in Neufra beschlossen, während in Neukirch die Entscheidung noch aussteht. Dort steht das Thema am 19. Mai auf der Tagesordnung.

Völlig andere Sichtweise

Was den Gremien und den Ortsvorstehern zum Zeitpunkt der Abstimmung jedoch nicht bekannt war: Bei den betroffenen Rettern in Zepfenhan herrscht eine völlig andere Sichtweise. Die First Responder, die seit 2009 und damit als erste der Teilorte die Notfallversorgung für Zepfenhan, Neukirch und den Vaihingerhof sicherstellen, verstehen ihren Einsatz als rein idealistischen Dienst an der Gesellschaft. Aus ihren Reihen wurde gegenüber unserer Zeitung deutlich darauf verwiesen, dass eine finanzielle Entschädigung für dieses Ehrenamt nicht gewünscht sei.

Dass die Information über diese ablehnende Haltung den Ortschaftsrat in Zepfenhan nicht erreichte, zeigt eine paradoxe Situation. Dort fühlt man sich mit der Einrichtung First Responder schlichtweg falsch verstanden. In Neufra hingegen reagierte Alexander Butsch, First Responder, irritiert auf die Kritik aus der Zepfenhaner Wehr. Und Scharein berichtete, dass die Feuerwehr in Neukirch die Nachricht positiv aufgenommen habe.

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